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Ein heißes Festival

13 000 strömten am Wochenende zu KuRT aufs Reutlinger Bruderhaus-Gelände

13 000 überwiegend junge Leute sind am Wochenende aufs Reutlinger KuRT-Festival auf dem Bruderhaus-Gelände geströmt. Es war heiß – und die Musik war noch heißer.

21.07.2014
  • Matthias Reichert

Drei Tage umsonst und draußen: Das achte KuRT-Festival hat eröffnet

Das achte Mal umsonst und draußen: Das KuRT-Festival ist zu einer festen Größe im Reutlinger Veranstaltungskalender geworden. Neben den Headlinern Heisskalt und Claire rockten am Freitag v.a. die Berliner Punk-Band "Radio Havanna" und der Rapper Fabian Römer, ehemals F.R., das Bruderhausgelände. Heute dürfen sich die Besucher auf weitere Acts aus der deutschen Rap-Szene freuen.

© Video: Victoria Vosseberg 02:00 min

Reutlingen. Sommer, Sonne, Sonnenschein. Bei mehr als 30 Grad war es schlicht zu heiß für Live-Mucke. Entsprechend strömten die überwiegend jungen Festival-Besucher erst gegen Abend aufs Bruderhausgelände. Vorher hockten einige im Schatten der Stadthalle und labten sich an mitgebrachtem Bier – zum Leidwesen der Verpflegungsstandbetreiber im abgesperrten Areal. Das dreitägige Festival hat schon am Donnerstag begonnen – 600 kamen zu Poetry-Slam und einer Hip-Hop-Tanzshow der Independent Steps, ihres Zeichens süddeutsche Meister.

Zweimal neun Bands traten am Freitag und am Samstag auf. Security-Leute filzten die Besucher, andere kühlten den Pulk vor der Bühne mit Wasser aus Schläuchen. Dort gingen bald die Hände in die Höhe. „Freitags ist das Publikum eher gemischt. Am Samstag überwiegt mittlerweile der Hip-Hop. Darauf stehen die jungen Leute“, wusste Andreas Vogt vom Kulturamt, Jahrgang 1970, ein altgedienter KuRT-Fan.

Wie berichtet, war lange unklar, ob das Festival dieses Jahr am gewohnten Ort über die Bühne geht. Denn ein Anwohner hatte sich vehement über den Lärm beschwert. Nun wurde die Bühne gedreht, dazu die Mucke mit eingebauter Schall-Obergrenze gedämpft. Die Musiker spielten jetzt zwar in Richtung Altstadt, aber dort war kaum etwas vom Festival zu hören. „Wir hatten keine offiziellen Beschwerden“, sagte Mitorganisator Sascha Speidel tags darauf. Nur: „Eine Anwohnerin hat gefragt, wie lange es geht.“

„Hallo Reutlingen, hallo KuRT“, begrüßte der Kieler Rapper Persteasy am Samstag seine Zuhörer. „Wir sind 800 fucking Kilometer hierhergefahren. Habt ihr Bock, ein bisschen abzureißen?“ Sie hatten natürlich – und das war erst der Anfang.

13 000 strömten am Wochenende zu KuRT aufs Reutlinger Bruderhaus-Gelände
Hände in die Höhe – Stimmung vor der Bühne beim Auftritt der Mannheimer Rapper von Konvoy am Samstagabend. Bild: Franke

Die Organisatoren haben seit Jahren ein Händchen für Newcomer und Szenegrößen. Zu den Top-Acts zählte am Samstag MoTrip, der es mit seinem Debütalbum „Embryo“ auf Anhieb auf Platz neun in den deutschen Albumcharts geschafft hat. Bürgerlich heißt er Mohamed El Moussaoui – ein deutscher Rapper libanesischer Herkunft. Der Künstlername MoTrip ist eine Kombination aus seinem Vornamen und arabisch „MuTrip“ für Künstler.

Pop, Indie und Sprechgesang boten bereits am späten Freitagabend die Deutschrocker von Heisskalt. Und dann war da noch Claire aus dem Münchner Raum: Josie-Claire Bürkle, die derzeit mit ihrer fünfköpfigen Elektropop-Band die Clubs erobert. Auch, als es ganz langsam kühler wurde, siedete die Stimmung immer mehr, bis zuletzt am Samstag der Stuttgarter Rapper DaJuan die Fanherzen höherschlagen ließ. Wahrlich: Ein heißes Festival.

13 000 Besucher kamen, gleichmäßig verteilt auf Freitag und Samstag. Etwas weniger als im Vorjahr – das lag wohl an der Hitze. „Uns war es auch zu heiß“, meint Sascha Speidel vom 30-köpfigen Organisationsteam. Sie hatten Verstärkung durch 100 bis 150 Helfer. Maximal 4000 Besucher waren gleichzeit auf dem Gelände, 5000 waren ohnehin die Obergrenze. Auch die After show-Partys im franz. K waren gut besucht. Der Getränkeverlauf lief zufriedenstellend, vor allem Wasser sei gefragt gewesen. Ob sie ein Minus machen, können die Veranstalter aber noch nicht sagen. Sie bekommen Zuschüsse von Stadt, Jugendgemeinderat und von Sponsoren. Sicher sei aber: „Es war das friedlichste Festival bisher – kein einziger Zwischenfall“, freut sich Speidel.

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21.07.2014, 12:00 Uhr

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