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Dicker Scheck für den Umweltschutz

15.000 Euro: Der Turnverein 1861 Rottenburg gehört dieses Jahr zu den Preisträgern der Porsche Sportförderung

Der Turnverein Rottenburg ist seit gestern um 15.000 Euro reicher. Für seinen guten Umgang mit der Umwelt bekam der 4360 Mitglieder starke Verein einen von landesweit zehn Preisen der Porsche Sportförderung.

18.12.2014
  • Hete Henning

Rottenburg/Reutlingen. Für einen Neuwagen aus dem Hause Porsche hätte der Scheck nicht gereicht, den der TVR-Vorsitzende Klaus Maier und der TVR-Geschäftsführer Norbert Vollmer gestern im Reutlinger Porsche-Zentrum entgegen nahmen. Für eine Anzahlung, stimmte Harald Ruff, der Geschäftsführer der Niederlassung zu, wären die 15.000 Euro allerdings ausreichend.

Der TVR ist einer von zehn Vereinen in Baden-Württemberg, die heuer von der Sportförderung der Porsche AG profitieren. Dabei wurde der größte Rottenburger Verein nicht für ein großes Umweltprojekt aus den Bewerbern ausgewählt, sondern wegen der Vielzahl von Rohstoff-schonenden Ansätzen.

Die Nachhaltigkeitsleistungen, die so ein Sportverein erbringe, seien für Außenstehende auf den ersten Blick kaum zu erkennen, sagte Rottenburgs früherer Oberbürgermeister Klaus Tappeser, der als Vizepräsident des Landessportbundes an der Vorauswahl der diesjährigen Preisträger beteiligt war. Sparen könne man beim Trikotwaschen, bei der Bewässerung und Düngung der Sportplätze, bei Flutlicht, Heizung und auf dem Weg zu Auswärtsspielen. „Da kommen Millionen Liter Wasser, Kilometer und Kilowattstunden zusammen.“

Das Dach schrie nach Solaranlagen

Der TVR hatte sich gleich mit fünf Themen um einen der Preise beworben, allen voran das Sonnenkraftwerk auf dem Dach des Sportparks 18-61 an der Seebronner Straße. „Für uns war klar, diese Dachfläche schrie nach Solarthermie“, sagte Klaus Maier. Installiert wurde eine Fotovoltaik-Anlage sowie eine thermische Solaranlage zur Erwärmung des Duschwassers. Zudem ist der TVR seit Mai 2014 Gesellschafter der Genossenschaft „Erneuerbare Energien Rottenburg“, die eine große Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der neuen Volksbank-Arena betreibt.

Auch die klimafreundliche Mobilität sei dem TVR ein großes Anliegen, sagte Maier, denn die TVR-Volleyballer seien „ständig unterwegs zu Auswärtsspielen“. Seit fünf Jahren sei der Verein deshalb Mitglied des Carsharing-Vereins Teilauto und habe regelmäßig Zugriff auf zwei Kleinbusse. Auch bei Fahrten anderer Abteilung des Vereins kommen Teilautos zum Einsatz. Zudem unterstütze der TVR den Aktionstag Mobil ohne Auto. Maier: „Unsere Volleyballer stemmen dann jede Menge Fahrräder in die Züge.“

Mit Teilauto-Kleinbussen zu den Auswärtsspielen

Punkt Nummer drei ist die Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (Naldo) beim Transport der Volleyball-Fans zu den Erstliga-Heimspielen des TVR in der Paul-Horn-Arena in Tübingen. „Jede Eintrittskarte ist zugleich Naldo-Ticket, damit kommt man umsonst von Sigmaringen nach Tübingen und zurück“, sagte Norbert Vollmer. Das Sportveranstaltungen Verkehr erzeugen, sei klar, „aber man kann das ressourcenschonend organisieren“.

Mit der Eisbahn auf dem Kleinspielfeld hinter dem Sportpark 18-61 punktete der TVR auch im Bereich Natursport: Bei entsprechender Wetterlage wird die ebene Fläche mit Wasser aus der Zisterne geflutet. Das Ergebnis ist eine einbruchsichere Schlittschuhbahn, auf der sich auch Nichtmitglieder des Vereins tummeln können.

„Noch ausbaufähig“ ist laut Klaus Maier schließlich die Zusammenarbeit des TVR und der Rottenburger Forsthochschule. Beide hatten sich 2012 vertraglich verpflichtet, sich auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit gegenseitig zu befruchten und zu bereichern. Dabei gehe es darum, das Know-how der Hochschule mit der Bekanntheit der Volleyballer zu kombinieren, um etwa bei Heimspielen öffentlichkeitswirksam auf Umweltthemen hinzuweisen. Außerdem, so Maier, seien die Bundesligaspieler „unsere Botschafter für Nachhaltigkeit an den Schulen“.

15.000 Euro: Der Turnverein 1861 Rottenburg gehört dieses Jahr zu den Preisträgern der Porsche
Auch mit seiner wetterabhängigen Natur-Eislaufbahn hinterm Sportpark 18-61 punktete der TVR: Bei Frost wird der Hartplatz geflutet.Archivbild: Mozer

15.000 Euro: Der Turnverein 1861 Rottenburg gehört dieses Jahr zu den Preisträgern der Porsche
Norbert Vollmer (hinterm Steuer) und Klaus Maier vom TVR nutzten die gestrige Scheckübergabe im Porsche-Zentrum in Reutlingen zum Probesitzen. Links der frühere Rottenburger Oberbürgermeister Klaus Tappeser (jetzt unter anderem Vizepräsident des Landessportbundes), rechts Harald Ruff, der Geschäftsführer der Niederlassung. Bild: Henning

  • Je zehn Sportvereine in Baden-Württemberg und in Sachsen, den Bundesländern mit den größten Standorten der Porsche AG, profitieren von den Preisen der Porsche Sportförderung. Insgesamt 500 000 Euro ließ der Sportwagenhersteller in diesem Jahr springen. Im Mittelpunkt der Ausschreibung stand der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen.
  • >Hauptpreisträger in Baden-Württemberg ist der VfR Elgersweier, der 50 000 Euro bekam. Der Verein in einem der elf Stadtteile von Offenburg hat einen Beauftragten für Umwelt und Soziales und installierte auf dem Dach des Vereinsheims eine Fotovoltaikanlage sowie eine solarthermische Anlage zur Warmwasseraufbereitung.

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18.12.2014, 12:00 Uhr

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