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Ansturm auf die Altstadt

150.000 Besucher bei Markt und Erbe-Lauf

Bei spätsommerlichen Temperaturen starteten gestern über 2400 Läufer/innen zum Auftakt des letzten Umbrisch-Provenzalischen Markttages. Bei der neuen 10 Kilometer langen Strecke des Otto-Erbe-Laufs kam es jedoch zu einem schweren Sturz auf der abschüssigen Pfleghofstraße/ Ecke Neckargasse.

17.09.2012

Tübingen. Bei der Baustelle in der Pfleghofstraße hatte Ordnungsamtsleiter Rainer Kaltenmark selbst mit Hand angelegt und einige Stolpersteine vor dem Erbe-Lauf weggeräumt, der erstmals nicht durch die Neckargasse führte. Doch der Unfall geschah auf dem abschüssigen Pflaster am Schulberg Richtung Holzmarkt. Der Läufer blieb wohl an einem Kanaldeckel hängen und brach sich das Nasenbein.

Auch Barbara Süss, die im Auftrag des städtischen Kulturamts als Übersetzerin auf dem Umbrisch-Provenzalischen Markt seit Mittwoch dolmetschte, hatte am Wochenende einen Einsatz in der Klinik, wo sie für die Ehefrau eines Händlers Sprachhilfe leistete. Immer frühmorgens drehte sie mit Rainer Kaltenmark eine Runde über den Umbrisch-Provenzalischen Markt und schaute, was die Händler/innen aus Aix und Perugia brauchten.

Abgesehen von einigen Stromausfällen wurden dieses Mal drei mit Planen verschlossene Stände über Nacht aufgeschlitzt. Dabei wurden Eisenskulpturen und Utensilien von einem Olivenholzstand gestohlen. „Das sind drei Fälle zu viel“, sagte Kaltenmark. Zusammen mit dem HGV Tübingen (Handel- und Gewerbeverein) orderte er daher zusätzliches Security-Personal für die letzte Markt-Nacht. Mitveranstalter Hans-Peter Schwarz von „Tübingen erleben“ berichtet, dass die Sicherheitsleute auch prompt einen Mann beim Klauen erwischten.

150.000 Besucher bei Markt und Erbe-Lauf
Auf der neuen Strecke über die Wilhelmstraße gab es dieses Jahr zum ersten Mal freie Sicht auf die Läufer/innen, die schon in der nächsten Runde waren.Bild: Metz

Als „Traumtag“ mit einem Riesenandrang auf die 90 Marktstände lobte Schwarz den gestrigen Sonntag. Schätzungswiese mehr als 150 000 Besucher kamen dieses Jahr, auch in größeren Gruppen, aus ganz Baden-Württemberg, auf den Markt. Auf die Weingläser mit Motiven des verstorbenen Künstlers James Rizzi gab es einen „absoluten Ansturm“, so Schwarz – die 8000 Gläser waren bereits am Samstag ausverkauft. Gefragt waren wie immer Olivenöl, Wildschweinsalami, Trüffel-Spaghetti, Fischsuppe und Käse. Besser mitanbinden wollen die Veranstalter im kommenden Jahr den Bereich an der Krummen Brücke .

Sébastian Genre, der zum ersten Mal mit seinen Lavendel-Produkten nach Tübingen in die Neckargasse kam, war zufrieden. Er betreibt mit seinem Vater eine Lavendel-Destillerie bei Aix und gehörte bislang nicht zur Liste der Aixer Händler. Auch Giordano Mainó war zum ersten Mal in Tübingen. Er baut auf seinem Landgut am Trasimenischen See bei Perugia die Trasimenische Bohne an, die vor allem zu einer schmackhaften Wintersuppe passt. Nächstes Mal will er außer seinen Hülsenfrüchten einen „kleinen Kochstand“ anbieten.

Aktion Sahnehäubchen für 400 Kinder

Gut beschäftigt waren auch die 48 ehrenamtlichen Helfer/innen vom Stadtlauf-Sozialpartner: Die Caritas verteilte mit Hilfe vieler Prominenter ihr spezielles Angebot „Aktion Sahnehäubchen“ für bedürftige Kinder. Baubürgermeister Cord Soehlke wendete gestern die Würstchen auf dem Grill, Sozialdezernentin Ulrike Dimmler-Trumpp schnitt Brötchen auf, Bürgermeister Michael Lucke warb im Zieleinlauf um Spenden, die SPD-Abgeordnete Rita Haller-Haid verteilte Flyer, Stadträtin Amely Krafft betreute den Spielparcours im Alten Botanischen Garten. Aktuell bekommen 400 Kinder finanzielle Unterstützung aus dem Fördertopf Aktion Sahnehäubchen – für Musikunterricht, Vereinsbeiträge oder anderes, was durch das Bildungs-und Teilhabepaket nicht abgedeckt ist.

In den letzten Tage hatten sich noch viele Teilnehmer für den Kinder- und Jugendlauf, der erstmals durch den Alten Botanischen Garten führte, angemeldet. Gestern war das vorgegebene Limit von 750 Startern erreicht. Zusammen mit den 1700 Läufern aus den beiden Hauptläufen, gingen demnach über 2400 Teilnehmer ins Rennen – nur unwesentlich weniger als im Vorjahr.

Im schnellen zweiten Hauptlauf, erstmals über zehn Kilometer, außerdem mit Start und Ziel in der Wilhelmstraße, ruhten die Tübinger Hoffnungen auf Vize-Europameister Arne Gabius (LAV), der vor 30 000 Zuschauern über zehn vergleichsweise hügelige Kilometer zwar bis in die letzte Runde mit den vier kenianischen Konkurrenten mithalten konnte, dann aber dem Kenia-Express doch ziehen lassen musste. Richard Meugich (Kenia) siegte in starken 29:02 Minuten. Schnellste Frau war Mary Maina (Kenia) vor der Tübingerin Friederike Feil. Lob für die neuen Stadtlauf-Organisatoren gab‘s von Ordnungschef Rainer Kaltenmark: „Das ist fürs erste Mal sehr gut gelaufen.“

gsiehe Übrigens, Bilderseite 21, Regionalsport, www.tagblatt.de

36 Helfer/innen vom Deutschen Roten waren beim Erbe-Lauf im Einsatz
An der Strecke wurden insgesamt neun Läufer und Passanten betreut
Es gab sechs Fahrten mit Rettungswagen, die Notärztin Lisa Federle wurde viermal zum Einsatz gerufen
Laut DRK und Federle gab es schwerere Verletzungen unter den Läufern: Einer stürzte und brach sich das Nasenbein, ein Läufer erlitt einen Kreislaufkollaps.
DRK-Einsatzleiterin Alexandra Geckeler fand die Zahl der Einsätze „gemessen daran, wie viele Menschen hier mitmachen, eher niedrig“

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17.09.2012, 12:00 Uhr

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