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Horb feiert Ende des Elends

16. Maximilian Ritterspiele mit vielfältigem Programm / Rund 40 000 Besucher

Ob gewandet oder in zivil – tausende Besucher genossen es am Wochenende sichtlich, in die mittelalterliche Atmosphäre der Neckarstadt einzutauchen. Diesmal spielte auch das Wetter mit und so wurden die 16. Maximilian Ritterspiele in Horb zu einem ungetrübten Spektakel.

18.06.2012
  • Rita Ott

Horb. Bereits am Freitagabend zeichnete sich ab, was sich an den beiden Folgetagen bestätigte: die Besucherzahl war rekordverdächtig. Der „Horber Abend“ war so gut besucht wie kaum einmal zuvor, unzählige gut gelaunte Horber und Nicht-Horber bevölkerten den Flößerwasen und die Gassen ringsum und ließen sich von mittelalterlicher Musik unterhalten.

Die Turniere waren zwar sicherlich die Highlights, doch viele neue Programmpunkte sorgten zusätzlich für Attraktionen im gesamten Veranstaltungsbereich. Die neue Reitertruppe „Haraldos“ begeisterte mit spektakulären, realistischen Kämpfen um das goldene Schwert und die Herrschaft in Horb (Horber Vertrag), unterstützt von einem Publikum, das sich gern in das Geschehen einbeziehen ließ und mitfieberte. So viele wollten die Spiele sehen, dass sie kaum Platz fanden im Turniergeviert. Die Tribüne zum Neckar war dieses Jahr nicht aufgebaut, die Organisatoren waren davon ausgegangen, dass es zu den Turnieren nicht so voll werden würde, da diesmal noch zusätzliche Veranstaltungen auf dem Turnierplatz stattfanden: Ritter, Lagergruppen, Fanfarenzüge und Musikanten waren dort den ganzen Tag über anzutreffen. Ein zweiter Schwerpunkt war der Obere Marktplatz, wo auf der Bühne ebenfalls ein buntes und abwechslungsreiches Programm geboten wurde. Wie zum Beispiel das „Tavernen-Spiel“, das, ebenfalls neu im Programm, am Samstagabend ein großes Publikum begeisterte, bevor „Metusa“, wie schon Tags zuvor auf dem Flößerwasen, für einen tollen musikalischen Tagesausklang sorgte. Ein Potpourri der Fanfaren erklang, Schaukämpfe und Feuerspucker waren zu bestaunen, dazu Tanzgruppen – und dazwischen erfuhren die Besucher bei der Aufführung zum Horber Vertrag historische Hintergründe des ganzen Spektakels.

Allüberall in der Stadt traf man auf Spielleute und Musikgruppen, Gaukler und Artisten, edle Ritter und Burgfräulein, aber auch auf manch finstere Gestalten, die ein solches Ereignis nun einmal ebenfalls anzieht. Auf dem Mittelaltermarkt mit rund 200 Ständen gab es die passende Ritterausrüstung und alles andere für das zeitgemäße Outfit, Met, Seifen, Musica, Ledertaschen, Schmuck, Gewänder und natürlich auch angemessene Speisen und Getränke. Auf dem Marktplatz hatten sich zudem ein Schmied und ein Steinmetz eingefunden, die gern ihr schönes altes Handwerk demonstrierten. Der Burggarten gehörte den kleinen Ritterspiele-Besuchern: sie konnten sich bei den Kinder-Ritterspielen messen und verschiedenen Herausforderungen stellen, bevor sie zum Ritter geschlagen wurden.

Was wären Ritterspiele ohne das Lagerleben? Entlang des Neckars hatten Ritter, Orden, Lagergruppen und sogar die „Kelwiks“ ihre Zelte aufgeschlagen und gestatteten gastfreundlich Einblicke in das Geschehen am Rande der großen Turnierspiele. Dieses Jahr war ein Scharfrichter anzutreffen, der über sein Metier Auskunft gab – und als Urteilsvollstrecker in seiner eigentlichen Funktion gebraucht wurde: Beim Turnier um den Horber Vertrag nämlich hatte er den abgesetzten Herzog Eberhard abzuführen, nachdem zuvor dessen Ritter denen König Maximilians unterlegen waren und Maximilian verkündet hatte: „Ihr Volk von Horb seid nun von eurem Elend erlöst! Der Horber Vertrag soll Gültigkeit haben bis in alle Ewigkeit“.

Vor allem bei der Entscheidung im Tjost, als die edlen Herren beider Seiten mit Lanzen aufeinander losritten, bewies das Horse-Stunt-Team „Haraldos“ noch einmal seine Geschicklichkeit. Die „Haraldos“ waren federführend bei allen Turnieren, unterstützt unter anderem von den Rittern der Burg Satzvey und den Ahldorfer Frundeck-Rittern, in deren Händen auch ein Großteil der Turnierplatz-Organisation lag: sie stellten den Turniervogt (Jochen Zink) und die Lagervogtei. „Wir wollten dieses Mal ein Turnier machen, das sich um Horb und seine Geschichte dreht“, erklärte Zink. Deshalb haben er und Heiko Köberle (beide im Vorstand der Frundeck-Ritter) gemeinsam mit Horst Bucheler und den „Haraldos“ die Geschichte um den Horber Vertrag kreiert.

Ein noch vielfältigeres Programm und eine verbesserte Infrastruktur – nach der Gartenschau im vergangenen Jahr sei der richtige Zeitpunkt gewesen für einen Umbruch, sagte Zink. So erlebten die Besucher dieses Jahr noch attraktivere Ritterspiele, und das bei schönstem Sommerwetter.

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18.06.2012, 12:00 Uhr

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