Horb · Infrastruktur

1,6 Millionen Euro Förderung für besseres Trinkwasser

Das Wasserwerk Egelstal des Zweckverbands Nordstetter Wasserversorgung wird modernisiert. Knapp die Hälfte der Kosten übernimmt das Land.

08.12.2020

Von Manuel Fuchs

Diese Behälter sorgen für sauberes Wasser aus dem Hahn: die Mehrschichtfilteranlage im Wasserwerk Egelstal. Bild: Karl-Heinz Kuball

Etwa 14000 Menschen in den drei Landkreisen Freudenstadt, Tübingen und Zollernalb versorgt das zentrale Wasserwerk Egelstal in Mühlen mit Trinkwasser, rund 530000 Kubikmeter jährlich. In jüngster Zeit wurde immer häufiger mikrobielle Verunreinigungen durch sogenannte coliforme Keime dokumentiert, auch war das Trinkwasser mitunter getrübt, wie aus einer Mitteilung des Umweltministeriums hervorgeht.

Nun erhält der Zweckverband Nordstetter Wasserversorgung vom Land Baden-Württemberg einen Zuschuss von mehr als 1,6 Millionen Euro, um das Wasserwerk Egelstal zu modernisieren. Die derzeit praktizierte Aufbereitung sei nicht mehr zeitgemäß und auch nicht regelkonform. Das Rohwasser werde bisher durch vorgeschaltete Flockung zur Trübstoffentfernung behandelt und über einen Mehrschichtfilter mit angehängtem Aktivkohlefilter gereinigt, anschließend über den Reinwasserbehälter in die Ortsnetze verteilt. Nun sollen eine zentrale Ultrafiltrationsanlage und zusätzliche Aktivkohlefilter zum Einsatz kommen, um das Rohwasser wirkungsvoller zu reinigen. Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller sprach von einer „guten Entscheidung“ und einer „erfreulichen Nachricht für die Bürgerinnen und Bürgern aus den Betroffenen Landkreisen.“ Seiner Darstellung nach wird das Wasserwerk Egelstal nach der Modernisierung auf dem neuesten Stand der Technik und damit das Wasser noch besser vor Keimen geschützt sein.

Härtegrad lässt sich steuern

Künftig soll ein Teil des Reinwassers durch eine Entsäuerung geleitet und so enthärtet werden. „Je nach entsäuerter Menge kann das Personal des Wasserwerks den Härtegrad des Reinwassers festlegen“, erläuterte die Karlsruher Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder. Die Entsäuerung als Bestandteil der Modernisierung und Neuausrichtung der Wasseraufbereitung im Wasserwerk Egelstal sei allerdings nicht Teil des Förderantrages und werde ohne Fördergelder des Landes realisiert, fügte Felder hinzu. Die Bauarbeiten im Egelstal sollen am 1. Februar 2021 beginnen und zwei Jahre beanspruchen.

Das Ministerium geht in seiner Pressemitteilung für das Vorhaben von etwas mehr als 2,4 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Rolf Kotz, der die Funktion des Verbandsrechners im Zweckverband innehat, merkt im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE an, dass damit offenbar nur die förderfähigen Kosten gemeint sind. Der Verband selbst kalkuliere mit Kosten von knapp 3,5 Millionen Euro.

Informationen zur Trinkwasserversorgung in Baden-Württemberg sind auf der Website des Landesumweltministeriums (um.baden-wuerttemberg.de) zusammengefasst.

Der Zweckverband

Die „Nordstetter Wasserversorgungsgruppe“ gibt es seit 1900. Ihr gehören als Mitglieder folgende Gemeinden (Ortsteile) an:

Die Horber Stadtteile Ahldorf, Betra, Dettensee, Isenburg, Mühringen und Nordstetten.

Empfingen mit Wiesenstetten und Dommelsberg

Die Starzacher Ortsteile Felldorf und Bierlingen

Die Haigerlocher Stadtteile Bad Imnau und Trillfingen

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Erstellt:
8. Dezember 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Dezember 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Dezember 2020, 01:00 Uhr

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