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Giftanschlag

20 Länder weisen russische Diplomaten aus

Harte Reaktion auf den Fall Skripal: Die gemeinsame Aktion der EU, Kanadas und der USA verschärft den Konflikt mit Moskau.

27.03.2018
  • STEFAN SCHOLL

Berlin. Wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien verschärfen die USA, Deutschland und andere westliche Staaten die Konfrontation mit Russland. 16 EU-Staaten, die USA, Kanada, Norwegen und die Ukraine ordneten die Ausweisung russischer Diplomaten an. Allein in den USA sind 60 diplomatische Mitarbeiter betroffen.

Zuvor hatte bereits Großbritannien, wo der Anschlag Anfang März verübt worden war, russische Diplomaten ausgewiesen. Das russische Außenministerium kündigte prompt Gegenmaßnahmen an: „Wir werden darauf reagieren“, hieß es gestern in einer offiziellen Erklärung des Ministeriums, in der von einer provokativen Geste dubioser Solidarität der westlichen Staatengruppe mit London die Rede war. Kremlsprecher Peskow kündigte an, die russische Reaktion werde auf Gegenseitigkeit beruhen.

„Auf so etwas folgen üblicherweise adäquate Maßnahmen, also die Ausweisung der gleichen Zahl westlicher Diplomaten aus Russland“, sagte der Politologe Aschdar Kurtow der SÜDWEST PRESSE. Wobei in diesem Fall die russische Diplomatie aufgrund der großen Zahl von Ausweisungen vor besondere Probleme gestellt werde: „Das führt schon zur Desorganisation ihrer Arbeit, es wird schwer werden, so viele ausgewiesenen Beamten zu ersetzen.“ Sein Kollege Fjodor Lukjanow verweist in einem Blogbeitrag darauf, dass die westlichen Staaten zum ersten Mal seit den 80er Jahren das Verhältnis zu einem wichtigeren Partner aus Erwägungen der Block-Disziplin verschärften. „Zwischen Russland und dem Westen hat ein multilateraler diplomatischer Krieg begonnen.“

Deutschland weist nach Angaben des Auswärtigen Amtes vier russische Diplomaten aus. Außenminister Heiko Maas (SPD) hob hervor, Moskau spiele bisher keine konstruktive Rolle bei der Aufklärung des Anschlags. Auch Frankreich, Italien, Polen, Litauen, Lettland sowie weitere EU-Staaten beteiligen sich. (mit afp)

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27.03.2018, 06:00 Uhr

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