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Im März noch undenkbar

2:1 vor 2.000 Zuschauern: TB Kirchentellinsfurt bleibt in der Landesliga

Riesiger Jubel beim TB Kirchentellinsfurt: Durch einen 2:1 (2:0)-Sieg in Mössingen vor knapp 2000 Zuschauern im Relegationsspiel gegen den SSV Reutlingen II hat der TBK den Landesliga-Verbleib doch noch geschafft. „Wenn mir das jemand im März gesagt hätte, wäre er von mir für verrückt erklärt worden“, sagte TBK-Trainer Jan Wachsmuth.

21.06.2015
  • David Scheu

Mössingen.Dabei standen die TBK-Vorzeichen alles andere als gut, gleich zwei Schlüsselspieler fielen kurzfristig aus: Im Training am Dienstag verletzte sich Mittelfeldspieler Dennis Baumann, der seit dem zweiten Spieltag keine Partie verpasst hatte. Beim Warmmachen musste auch der angeschlagene Kapitän Daniel Grauer passen. Die beiden wurden ersetzt durch Murat Ercan und Florian Kalbfell. Auf der Gegenseite bot der SSV II in Colin Bitzer, Dominik Grauer und Keeper Enes Durmaz gleich drei Spieler mit Oberliga-Erfahrung auf.

Gerade Letzterer leistete sich jedoch kurz nach Anpfiff einen groben Schnitzer, als er einen langen Ball unterlief und über sich hinweg springen ließ. Maik Rockenbauch nahm dankend an und schob nach drei Minuten ins leere SSV-Tor ein. „Der frühe Rückstand war für uns natürlich brutal“, sagte SSV II-Trainer Kim Laudage, „das wollten wir unbedingt vermeiden. Gerade weil wir wussten, dass der TBK tief stehen wird.“ Dennoch zeigte sich Reutlingen vom frühen Rückstand unbeeindruckt, übernahm die Initiative und war in der ersten halben Stunde das bessere Team. Oft kam der SSV mit langen Bällen hinter die Viererkette immer wieder gefährlich vor das Tor. Mit zunehmender Spieldauer gestaltete der TBK die Partie ausgeglichener und erhöhte in der 39. Minute durch einen Standard sogar auf 2:0: Eine Ecke von Oliver Ambacher rutschte bis an den zweiten Pfosten durch, wo Mauro Laforza aus fünf Metern einschob.

2:1 vor 2.000 Zuschauern: TB Kirchentellinsfurt bleibt in der Landesliga
Oben bleiben: TBK-Torwart Christoph Schneck feiert mit seinen Mitspielern nach dem Schlusspfiff den Landesliga-Verbleib. Bild: Ulmer

Im zweiten Abschnitt verflachte die Partie zunehmend, der TBK beschränkte sich auf Ergebnisverwaltung. Reutlingen war zwar spielbestimmend, kam aber kaum noch gefährlich vor den Kasten von Torwart Christoph Schneck. „Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft sind uns etwas abhanden gekommen“, sagte Laudage. „Zu sehr aufmachen durften wir aber auch nicht, mit dem 0:3 wäre die Sache endgültig durch gewesen.“ So gab es statt Torraumszenen immer mehr Nickligkeiten zulasten des Spielflusses: Die Zweikämpfe wurden intensiver, die Fouls härter, nach 59 Minuten musste Schiedsrichter Lars Erbst sogar ein Spielerrudel trennen. Als schon alles nach einem ungefährdeten Sieg aussah, wurde es doch nochmal eng: Dominik Grauer verkürzte in der 88. Minute für den SSV mit einem trockenen Schuss in die linke Ecke auf 1:2. „Dass wir ihn nicht 90 Minuten ausschalten können, war klar. Insgesamt haben wir aber gut verteidigt“, sagte TBK-Trainer Jan Wachsmuth. Die angezeigten fünf Minuten Nachspielzeit brachten ihn dann am Spielfeldrand aber in Rage: „Viel zu viel!“ Sein TBK überstand das finale Reutlingen Powerplay jedoch. Um 18:24 Uhr war Schluss, Spieler und Trainer stürmten auf den Rasen und lagen sich in den Armen.

TBK-Trainer Jan Wachsmuth war happy: „Unser Plan ist voll aufgegangen. Reutlingen hatte mehr Spielanteile, wir die klareren Chancen. Unsere Zielspieler haben vorne einige Bälle gut festgemacht, sodass wir immer wieder nachrücken konnten.“ Sein Team habe sich den Klassenverbleib in den vergangenen Wochen und Monaten verdient: „Kompliment an die Jungs, sie haben sich in der mental schwierigen Saison nie hängen lassen und sind deshalb auch dringeblieben!“

Info Mehr Bilder von den Relegationsspielen in Mössingen und Belsen im Internet unter tagblatt.de

TB Kirchentellinsfurt: Schneck; Kalbfell, Ercan, Bierlmeier, Laforza (85. Allgaier), Lock, Sauter, Hombach, Ambacher, Stoffregen (57. Karakus), Rockenbauch (90+2 Rosa).

SSV Reutlingen II: Enes Durmaz; Tahtsidis, Elbracht (46. Matteis), Bernhardt (72. Anil Durmaz), Kavak (60. Amendola), Tengelidis, Bennardo, Bitzer, Grauer, Heim, Julian Hofacker.

Knapp 2000 Zuschauer im Mössinger BAS-Stadion – die Partie wurde sogar fünf Minuten später angepfiffen, um den Fans vor den Toren die Chance zu geben, von Beginn an dabei zu sein. Während des Spiels kamen dann noch einige Zuschauer vom Relegationsspiel aus Belsen nach Mössingen rüber. Auch der Reutlinger Fanclub „Szene E“ war vertreten und feuerte sein Team hinter der Trainerbank über 90 Minuten lautstark an. Zwei Mal – zu Beginn der zweiten Hälfte und beim Treffer ihres SSV kurz vor Schluss – machten die Reutlinger auch mit Bengalos auf sich aufmerksam. Aber auch die TBK-Fans hielten auf der gegenüberliegenden Seite neben der Tribüne immer wieder lautstark dagegen, sodass teilweise richtige Stadionatmosphäre aufkam.

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21.06.2015, 12:00 Uhr

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