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Versteigerung

230 Euro für einen kaputten Koffer

Wegen der Aussicht auf ein Schnäppchen bieten auf dem Flughafen wieder viele Besucher mit.

14.11.2016

Von RAIMUND WEIBLE

Auktionator Ferdinand Eppli in voller Aktion. Foto: Flughafen Stuttgart

Leinfelden-Echterdingen. Andreas Rupp war gerade in Israel, als er von der Kofferversteigerung am Stuttgarter Flughafen erfuhr. Zurück von seiner Reise beschloss er, an der Auktion teilzunehmen. Ein Schnäppchen sollte es werden, das hatte er sich vorgenommen.

Seit acht Jahren schon versteigert der Flughafen liegengebliebene Gepäckstücke, die unzustellbar sind. Diesmal nahm die Flughafenleitung die Neueröffnung des Reisemarktes zum Anlass, herrenlose Koffer unter den Hammer zu bringen. Knapp ein Jahr hatten die Umbauarbeiten am Terminal 3 gedauert. Zum Neustart kamen über 5000 Besucher. Reisepreise gab es zu gewinnen, zwei Trapezkünstler unterhielten das Publikum, die Kinder vertrieben sich unterdessen die Zeit beim Basteln und Schminken. Hauptattraktion war aber die Versteigerung der Gepäckstücke.

Da zählen weniger Äußerlichkeiten, sondern die inneren Werte. „Elektronische Geräte, Schmuck, einmal sogar eine komplette Taucherausrüstung wurden schon mitsamt Koffer ersteigert“, so Auktionator Ferdinand Eppli. Er kannte den Inhalt nicht, nur der Zoll. Die Beamten konfiszieren alles, was zollrechtlich zu beanstanden ist: Drogen, Zigaretten, artgeschützte Tiere und Pflanzen, Krokodilledertaschen.

33 Koffer lagen zur Versteigerung bereit. Das Publikum war in Bieterlaune. Ein Koffer, der auseinanderzufallen drohte, wurde für stolze 230 Euro ersteigert, ein kleiner Hartschalenkoffer für 260 Euro. Das Höchstgebot an diesem Nachmittag betrug 510 Euro.

Andreas Rupp hatte es auf ein kleines handliches Gepäckstück abgesehen, ging aber leer aus: „Bei 320 Euro bin ich ausgestiegen.“ Das Rennen machte Irene Schneck aus Mössingen (Kreis Tübingen). 340 Euro zahlte sie für das Köfferchen. Darin enthalten: Pullover, Wäsche, Jeans und ein Herrenparfum. Irene Schneck trug´s mit Fassung. „Das war Spaß an der Freud“, sagte sie. „Als ich erfuhr, dass der Erlös für einen guten Zweck ist, war mir klar, da mache ich mit.“

8 920 Euro kamen bei der Versteigerung zusammen. Der Erlös geht an den Verein „Frauen helfen Frauen“ in Filderstadt und die Fildertafel e.V. Monika Etspüler

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Erstellt:
14. November 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. November 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. November 2016, 06:00 Uhr

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