Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
25 Tote nach Explosion in Kirche
Eine koptische Nonne nach dem Anschlag in Kairo. Foto: dpa
Attentat in Kairo

25 Tote nach Explosion in Kirche

Es war schwerste Anschlag auf die Christen in Ägypten: In Kairo ist die koptische Gemeinde angegriffen worden.

12.12.2016
  • MARTIN GEHLEN

Kairo. Bei dem schwersten Attentat auf Christen in der jüngeren Geschichte Ägyptens sind am Sonntag in Kairo mindestens 25 Gläubige getötet und über 30 verletzt worden – die meisten Frauen und Kinder. Viele Überlebende schweben noch in Lebensgefahr. Nach Angaben des Innenministeriums explodierte die Bombe während der Sonntagsmesse in der St.-Peter-und-Paul-Kirche, die sich direkt neben der Markus-Kathedrale in Abbasiya befindet, dem Sitz des koptischen Papstes Tawadros II.

Handyvideos zeigten weinende und verletzte Menschen, die in dem verwüsteten Inneren des dreischiffigen Gotteshauses nach ihren Angehörigen suchten. „Überall waren Leichen, abgerissene Arme und Beine lagen auf dem Boden, die Bombe hatte einigen den Kopf abgerissen“, berichtete einer der Beter. Anders als die streng bewachte Papst-Kathedrale, steht die Kirche St. Peter und Paul direkt an der Straße. Gottesdienstbesucher hatten zunächst berichtet, der Sprengsatz sei durch ein Fenster in das Innere geschleudert worden. Andere sagten aus, eine Frau mit auffälligem Benehmen habe die Bombe neben dem Altar platziert.

Präsident Abdel Fattah al-Sisi ordnete eine dreitägige Staatstrauer an und erklärte, diese Tat werde Ägyptens Entschlossenheit stärken, alle Terroristen und ihre Helfer zu ermitteln und vor Gericht zu stellen. „Diese ekelhafte Terrorexplosion ist ein schweres Verbrechen gegen alle Ägypter“, erklärte Ahmed al-Tayyeb, Chef von Al Azhar, der höchsten Lehranstalt des sunnitischen Islam.

Bisher bekannte sich niemand zu dem Verbrechen, was innerhalb von 48 Stunden das zweite schwere Attentat in der ägyptischen Hauptstadt war. Am Freitag hatten Terroristen im Stadtteil Giza an einer Straßensperre auf dem Weg zu den Pyramiden eine Autobombe gezündet, welche sechs Polizisten in den Tod riss und drei verwundete. Die Verantwortung für diese Terrortat reklamierte eine militante Gruppe mit dem Namen „Bewegung Hasm“, die nach Angaben ägyptischer Sicherheitsbehörden in Verbindung zu den Muslimbrüdern steht. Martin Gehlen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.12.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball