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Baskets Bamberg bleiben einfach cool

2800 Zuschauer warten vergeblich auf den Coup gegen den Favoriten

Beim 38:26 für die Walter Tigers Tübingen wackelte der Favorit – aber er fiel nicht. Die Bamberger Bundesliga-Basketballer hatten am Sonntag vor 2800 Zuschauern in der Paul-Horn-Arena die besseren Antworten. Die Tigers warten weiter auf den ersten Saisonsieg. Und auf das Ende der Blockade von Michael Cuffee.

12.10.2014
  • Hansjörg Lösel

Tübingen. Der routinierte Neuzugang vom Mitteldeutschen BC war bei den Walter Tigers fest als Leistungsträger eingeplant. Michael Cuffee, 31 Jahre alt, sollte der Tübinger Schlüsselspieler werden. Doch trotz aller Bemühungen in der Verteidigung, wo sich Cuffee auch gestern für nichts zu schade war, findet der Amerikaner offensiv einfach nicht zu seinem Spiel. Auch gestern warteten die 2800 Zuschauer in der Paul-Horn-Arena vergeblich auf Cuffees Coming-Out im Tigers-Dress. „Niemand wartet so sehr wie ich“, sagte Trainer Perovic.

Die Niederlage allein an Cuffee festzumachen, wäre zu einfach. Doch im Zehner-Kader der Tübinger tut es eben doppelt weh, wenn der vermeintliche Topscorer erneut bei zwei Punkten hängenbleibt. Bamberg dagegen hat den Luxus eines Euroleague-Kaders, rotiert munter durch. Da kann es dann schon mal passieren, dass ein Elias Harris, immerhin Nationalspieler und im vergangenen Jahr einige Zeit bei den Los Angeles Lakers, wie gestern keine zehn Minuten Einsatzzeit bekommt.

„Um gegen Bamberg zu gewinnen, müssen wir alle auf dem höchsten Level spielen“, sagte Tigers-Trainer Igor Perovic. Das gelang den Tübingern zu Beginn der Partie: Nach dem frühen 0:4-Rückstand übernahmen die Tigers dank des prächtig aufgelegten Nick Wiggins das Kommando, entschieden das erste Viertel mit 25:17 für sich. „Jedes Auswärtsspiel ist ein Albtraum, wir kontrollieren diese Partien einfach nicht“, sagte Bambergs Trainer Andrea Trinchieri. Aus seiner Sicht endete der Alptraum freilich mit einem Happy-End. Zwei Phasen gaben für ihn den Ausschlag: Zum einen gelang Bamberg nach der Tübinger Zwölf-Punkte-Vorsprung eine Steigerung in der Defensive, „da hatten wir fünf, sechs gute Verteidigungen bis zur Halbzeit.“ Zum anderen wehrten die Bamberger den Tübinger Ansturm im vierten Viertel ab: Sechs Dreier gelangen den Tiger im Schlussabschnitt, doch die Bamberger blieben cool – und hatten immer eine Antwort parat.

2800 Zuschauer warten vergeblich auf den Coup gegen den Favoriten
Bamberger Klette: Karsten Tadda (links) gilt als einer der besten Verteidiger der Bundesliga. Was seit gestern auch Jonathan Wallace unterschreiben wird. Bild: Ulmer

Die Fehlerquote bei Tübingen erhöhte sich dagegen mit zunehmender Spielzeit. Eine unglückliche Figur machte besonders Till Jönke, der bisher zu den positiven Überraschungen der Saison gehörte: Kurz vor der Pause eroberte der Junioren-Nationalspieler sogar den Ball, doch anstatt die Uhr runter zu spielen, nahm Jönke 13 Sekunden vor der Pausen-Sirene einen schwierigen Wurf – und griff dann in letzter Sekunde noch Brad Wanamaker beim erfolgreichen Wurf in den Arm. So schrumpfte das Tübinger Polster zur großen Pause auf 44:43. „Das war ein taktischer Fehler, aber das muss man einem jungen Spieler zugestehen“, sagte Perovic. Noch schwerer zu verkraften war der Tübinger Stotter-Start ins dritte Viertel: Katelynas und Thompson schenkten zwei schnelle Dreier ein, kurz darauf lag Tübingen schon 49:60 hinten. Das war der Tiefpunkt, dank einiger Wallace-Dreier schafften die Tigers wieder den Anschluss. Doch nach dem 76:79 der Tigers, wieder durch Wallace, war Sendepause. Mit einem 8:0-Zwischenspurt schaffte Bamberg die Vorentscheidung. „Wir haben wieder am Ende die falschen Entscheidungen getroffen, das ist jetzt schon im dritten Spiel so“, sagte Perovic.

Die Tigers sollten diese Beiß-Hemmung in der Schluss-Phase schnell in den Griff bekommen. Denn der Spielplan hält als nächsten Gegner den Tabellenzweiten Oldenburg parat. Ob da der erste Saison-Sieg gelingt? Jonathan Wallace bleibt optimistisch: „Wir müssen weiter an uns glauben, wir haben ein starkes Team.“

Trainer auf dem Spielfeld: Im ersten Viertel stürmte plötzlich Bambergs Coach Andrea Trinchieri aufs Spielfeld – der Italiener verfolgte Schiedsrichterin Anne Panther, weil er ein Tübinger Foul gesehen haben wollte. Ober-Schiedsrichter Moritz Reiter gab dafür ein Technisches Foul. Schuldbewusst war Trinchieri deshalb nicht: „Ich habe niemanden beleidigt“, sagte der 47-Jährige, „mein Job ist es, meine Spieler zu verteidigen. Und ein Technisches Foul gehört zum Spiel dazu, ich habe nichts Böses getan.“ Der temperamentvolle Trainer gestikulierte bis zur Schluss-Sirene an der Seitenlinie, was aber keine weiteren Konsequenzen hatte.

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12.10.2014, 12:00 Uhr

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