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Eiskalt durch die Mauer

5:1! FC Bayern zerlegt die erneut extrem defensiv eingestellten Londoner

Endlich richtig Fußball spielen: Die Vorfreude auf die Heimpartie gegen Arsenal war groß, es sollte ein offenes Duell auf höchstem internationalem Niveau werden. Doch die Münchner dominierten nach Belieben.

05.11.2015
  • ARMIN GRASMUCK

München Das Liebesverhältnis, das der FC Bayern mit Arsène Wenger pflegt, hält seit mehr als 25 Jahren. Bereits Ende der 80er-Jahre baggerte Uli Hoeneß an dem Trainer, damals in Diensten des AS Monaco, der den Fußball mit einer eigenen Note kultivierte. Der Ästhet aus dem Elsass gilt seit jeher als Liebhaber des schönen Fußballs. Wohltemperierte Pässe, das geschmeidige Kombinationsspiel. In den 90ern warben die Bayern noch zweimal um ihn, doch da war Wenger schon fest an Arsenal vergeben. Es trägt bittere Züge, dass eben jener eigentliche Liebhaber des gepflegten Balls die Münchner nun schon zum zweiten Mal mit einer virtuosen Defensivstrategie zur Weißglut zu treiben versuchte.

Den 70 000 Zuschauer in der Allianz Arena blieb gestern Abend, zwei Wochen nach dem 0:2 der Bayern bei Arsenal, erst einmal die Spucke weg. Direkt nach dem Anpfiff stürmten die Londoner mit vier bis fünf Mann auf das Tor von Manuel Neuer zu. Es war ein Strohfeuer. Denn bereits wenige Augenblicke später wurde deutlich, welche Strategie Wenger wirklich ausgeheckt hatte: zwei fein aufeinander abgestimmte Abwehrreihen mit bis zu neun Spielern, die genüsslich die heranstürmenden Bayern erwarteten, stets mit dem Hintergedanken, sie gnadenlos auszukontern.

Thiagos geniale wie überraschende Flanke aus dem Halbfeld in der 11. Minute und der daraus resultierende Kopfball von Robert Lewandowski zum 1:0 warf die Mauertaktik der Gäste relativ schnell über den Haufen. Und siehe da: Prompt stand Arsenals Grundformation 20 Meter weiter vorne. Im Gegenzug zappelte der Ball in Neuers Netz. Der Schiedsrichter pfiff den Schützen Özil jedoch zurück, Handspiel. Bayerns Anhänger bedachten den deutschen Weltmeister mit einem Pfeifkonzert. Arsenal zog sich wieder weit zurück, die Bayern mühten sich. Richtig enthemmt wirkten sie keineswegs, wie das wilde Fuchteln von Pep Guardiola an der Außenlinie belegte. Groß schien der Respekt vor dem Tabellenzweiten der Premier League, der seine Gefährlichkeit aber nur selten andeutete.

Bayern spielte schnörkellos und höchst effizient. Die schöne Flanke, die der sehr offensiv ausgerichtete Kapitän Philipp Lahm in der 29. Minuten von der rechten Seite in den Strafraum chippte, landete auf Umwegen vor Thomas Müllers Füßen. Eine schnelle Fußspitze aus fünf Metern - 2:0. Zwei Treffer wie aus dem Nichts, Arsenal wirkte geschockt, die Gastgeber stachen mit den flotten Außenstürmer Douglas Costa und Kingsley Coman nun entschlossener vor das Tor des legendären Petr Cech. In der Arena wurde es lauter, die Fankurve heizte ein, dafür konnte sich Guardiola, die Hände in der Hüfte, ein wenig entspannen. Erst recht, als David Alaba eine Minute vor der Halbzeit Santi Cazorla den Ball klaute und ihn aus knapp 20 Metern zum 3:0 ins rechte Kreuzeck hämmerte.

Die Bayern gaben auch nach der Pause den Ton an. Zwar versuchten die Engländer nun aufrichtiger vor Neuers Kasten aufzukreuzen, sie hatten aber keine echte Torchance. Dann kam Arjen Robben. . . und knapp 40 Sekunden später lupfte er die Kugel ins Netz - 4:0 in der 55. Minute. Er war für Coman eingewechselt worden. Die Bayern erhöhten das Tempo, Özil und Kollegen wurden am eigenen Strafraum festgenagelt. Einer der immer seltener werdenden Angriffe Arsenals brachte in der 69. Minute den sehenswerten Treffer von Olivier Giroud per Seitfallzieher. Das 5:1 durch Müller nach einem eiskalten Konter kurz vor dem Schluss verfolgte Guardiola stramm wie ein Gardeoffizier stehend. Wenger, der Routinier, tauchte nur selten am Spielfeldrand auf. Der Spaß an dieser Partie war ihm ziemlich schnell vergangenen.

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05.11.2015, 12:00 Uhr

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