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Schwierige Bergung in Grabenstetten

60-Jähriger aus Falkensteiner Höhle gerettet

Spektakuläre Rettung aus der Falkensteiner Höhle: Ein 60-Jähriger aus Bayreuth hatte sich den Arm gebrochen und musste geborgen werden. Der Tübinger Matthias Leyk leitete den fast zehnstündigen Einsatz.

15.06.2015
  • dem

Tübingen/Grabenstetten. Der Alarm ging beim Profi-Stocherkahnfahrer und Zweiten Vorsitzenden der Höhlenrettung Baden-Württemberg, Matthias Leyk, am Sonntag um 14 Uhr ein: Ein Höhlengänger aus Bayreuth hatte sich bei einem Sturz den Arm gebrochen und konnte nicht mehr zurück. Leute aus seiner Gruppe verließen danach die Höhle und riefen Hilfe.

Leyk organisierte über 30 Einsatzkräfte seiner Höhlenrettungsgruppe sowie von der Malteser Höhlenrettung. Diese kamen aus Reutlingen und Tübingen, aber auch aus Freiburg und Radolfzell nach Grabenstetten. Zudem musste ein Arzt mit Höhlenerfahrung gefunden werden. Er wurde in Bretten bei Pforzheim aufgetrieben.

„So einen Einsatz haben wir nur alle paar Jahre“, sagt Leyk und verweist auf die besonderen Schwierigkeiten in der Falkensteiner Höhle. Dort musste ein so genannter Halbsiphon passiert werden – eine Stelle, an der zwischen Wasseroberfläche und Höhlendecke nur zehn Zentimeter Abstand sind.

Als die Rettungskräfte zu dem Verletzten vorgedrungen waren, wurde der gebrochene Arm des 60-Jährigen geschient. Außerdem erhielt er eine Schmerzbehandlung und wurde gegen Unterkühlung versorgt. Dann begann die Bergung: Sieben bis acht Helfer schleppten die Trage mit dem Verletzten jeweils etwa 100 Meter weit und wurden dann von anderen Rettungskräfte abgelöst. Insgesamt musste der Verunglückte gut 500 Meter weit transportiert werden.

Der Halbsiphon war die größte Herausforderung, die von den Rettern nur schwimmend bewältigt werden konnte – die Nasen immer über dem Wasserspiegel. Erst gegen 23.30 Uhr kam der Verletzte außerhalb der Höhle an, wo Feuerwehr, DRK, Bergwacht und Polizei warteten und ein Zelt aufgebaut hatten. Anschließend wurde der Bayreuther in die Klinik gebracht.

Was der Einsatz kostet, kann Leyk noch nicht sagen. Das interessiert ihn derzeit auch nicht: „Es war eine harte Prüfung für uns, bei der wir alle was gelernt haben.“ Dafür musste Leyk freilich seine Stocherkahntouren den Kollegen überlassen.

60-Jähriger aus Falkensteiner Höhle gerettet

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15.06.2015, 12:00 Uhr

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