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Stets an der Seite der Armen

700 Trauergäste erwiesen Walter Schwenninger die letzte Ehre

Hunderte von Freunden und Mitstreitern nahmen am Donnerstag in der Stiftskirche Abschied von Walter Schwenninger. Und die meisten von ihnen gaben dem Toten hinterher das letzte Geleit zum Stadtfriedhof, wo der Sarg unter andinen Flötenklängen beigesetzt wurde.

01.10.2010
  • Sepp Wais

Tübingen. Vor Beginn des ökumenischen Trauergottesdienstes staute sich die Gästeschar vom Eingang zur Stiftskirche hundert Meter weit in die Münzgasse zurück. Es waren viele Menschen, die Walter Schwenninger, der am 24. September seinem Krebsleiden erlegen ist, die letzte Ehre erweisen wollten: Angehörige, Freunde und ehemalige Lehrerkollegen, Stadträte, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und zahlreiche Mitstreiter aus den verschiedensten Politikfeldern, auf denen sich Schwenninger bis zu seinem Tod unermüdlich engagiert hat. Darunter auch die Tübinger Abgeordneten Winfried Hermann, Heike Hänsel, Ilka Neuenhaus und die Ex-Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer.

Die Trauerfeier wurde vom pensionierten Oberkirchenrat Heiner Kuenzlen und vom Misereor-Pfarrer Josef Sayer geleitet. Beide waren Schwenninger seit langem freundschaftlich verbunden. Das erste Wort hatte dann aber die Witwe des Verstorbenen: Den Blick auf den mit Sonnenblumen geschmückten Sarg gerichtet, übermittelte Nani Mosquera-Schwenninger ihrem „großen Mann“, der mit ihr „zusammen für das Leben gekämpft“ und ihr dabei „immer Kraft und Schutz gegeben“ habe, mit ergreifenden Worten eine finale Liebeserklärung.

Heiner Kuenzlen charakterisierte den Toten in seiner Ansprache als vielseitig engagierten Vorkämpfer für Frieden und Gerechtigkeit: „Das war das biblische Thema seines Lebens, und wenn es darum ging, konnte er sehr unbequem werden, auch seiner eigenen Partei.“ Mit seiner Hartnäckigkeit und Aufrichtigkeit habe er als „Stein des Anstoßes“ in Schule, Kirche, Rathaus und auch in der großen Politik „vieles ins Rollen gebracht“. Josef Sayer rühmte Schwenningers unbändigen „Hunger nach Gerechtigkeit“, der ihn allzeit an die Seite der Armen getrieben habe: „Er hat mit Herz und Verstand nach der Bergpredigt gelebt.“

Bürgermeister Michael Lucke würdigte Schwenninger als „unerschrockenen Kämpfer für die Menschenrechte“, der seine „Überzeugungen ebenso wenig dem Zeitgeist geopfert hat wie sein äußeres Erscheinungsbild“. Mit seinen zahlreichen Initiativen nach dem Motto „global denken, lokal handeln“ habe er in Tübingen und weit darüber hinaus „unauslöschliche Spuren“ hinterlassen. Besonders wichtig dabei für Lucke: die Städtepartnerschaft mit Villa El Salvador, die er nun ganz im Sinne des Verstorbenen weiter ausbauen möchte.

700 Trauergäste erwiesen Walter Schwenninger die letzte Ehre
Abschied in der Stiftskirche: Walter Schwenninger liebte die Sonnenblumen – als Symbol der grünen Bewegung und als Abbild der göttlichen Sonne der Gerechtigkeit. Bild: Mozer


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