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Der Weg war das Ziel

72-Stunden-Aktion in Horb und Teilorten war ein Erfolg / Junge Leute haben sich ins Zeug gelegt für guten Zweck

Die 72-Stunden-Aktion des BDKJ (Bund der Katholischen Jugend) war ein voller Erfolg. Auch im Kreis Freudenstadt legten sich unter dem Motto: „Uns schickt der Himmel“ zehn Gruppen junger Leute drei Tage lang mächtig ins Zeug für einen guten Zweck. Und alle haben ihre Aufgabe bewältigt.

18.06.2013

Horb. Ein Theaterstück zum Thema „Armut im Mittelalter“ war die Aufgabe der Ministranten aus Horb. Viel Zeit, es zu schreiben, zu proben und die Kulissen zu bauen, hatten sie nicht: Bereits am Samstagnachmittag, 45 Stunden nach dem Start, stand die erste von vier Aufführungen im Rahmen der Ritterspiele auf der Marktplatz-Bühne an. Das Gesamt-Management lag in den Händen von Nadine Buske, unterstützt von Doris Albrecht und Volker Weber vom Kirchengemeinderat als „Technische Leiter“, Sebastian Ell als Betreuer und Diakon Klaus Konrad; Theaterpädagogin Pina Bucci gab Tipps und übernahm die Regie. „Auf den letzten Drücker hat‘s geklappt“, die Farbe auf den Tüchern, die als Kulisse bemalt wurden, ist gerade noch trocken geworden, dank des guten Wetters, erzählte Doris Albrecht. Die internationale Gruppe – César aus Mexiko und Faith, eine Austauschschülerin aus den USA, verstärkten das Ensemble – stellte in der kurzen Zeit ein sehenswertes Stück auf die Beine. Über die bittere Armut und die Arroganz und Ignoranz der Reichen. Die Darsteller vermittelten aber auch, das es Menschen gab, die gegen die Armut ankämpften, die Stiftungen gründeten, wie das Leprosenhaus und die noch heute existierende Spitalstiftung, um den Menschen zu helfen. Geholfen haben auch die Ministranten: Sie sammelten Geld für das Projekt „Drachenei“ der Caritas. Dass die Spielleute von „Drachenmond“ das Stück musikalisch bereicherte, passte dabei gleich doppelt. Gefreut haben sich die Ministranten auch über die Unterstützung durch mehrere Horber Geschäfte.

Solidarität, Gemeinsinn und handwerkliches Geschick bezeugten in Nordstetten 50 bienenfleißig-fröhliche Ministranten aus Nordstetten, Isenburg, Ahldorf und Betra („NIA-TRIO“), unterstützt von Freunden, ein paar Erwachsenen wie das Leitungsteam Sarah Bareis und Gabi Noll, einem fachkundigen Papa und Bauhofmitarbeiter Knut Menges. Ihre Aufgabe: Sanierung der Außenanlage der Berthold-Auerbach-Grundschule, zum Abschluss ein Gottesdienst mit Aktionspräsentation. Ohne Geld- und Sachspender ginge es bei so einer Aktion nicht. Dazu gehörte auch Ortsvorsteherin Edith Barth als Aktionspatin (namens der Ortschaft), die KAB-Ortsgruppe, einige Firmen und Privatleute. Eine gemeinsame Übernachtung im Gemeindehaus schweißte zusammen. Erbaulich war natürlich der Frühstücksbesuch von Weihbischof Thomas Maria Renz. Total erledigt, aber glücklich war nach der gelungenen Aktion auch Gabi Nolls Küchen-Dreamteam. Schulleiterin Monika Krahl, der damit ein paar ihrer Herzenswünsche in Erfüllung gingen, freute sich riesig auf die überraschten Gesichter ihrer rund 140 Schüler gestern Morgen angesichts des in sagenhaft kurzer Zeit Geleisteten: eine gepflegte Grünanlage, die aufgemalten Pausenhofspiele aufgefrischt, ein neuer Zaun und 24 gereinigte und reparierte Sitzbänke. Die Sprunggrube wurde saniert, ebenso eins der Fußballtore auf der Wiese; für das nicht mehr zu rettende zweite Tor wird noch ein Sponsor gesucht.

Die Bittelbronner Jugendgruppe KLJB hatte die Instandsetzung der Tannenwaldhütte und des dazugehörigen Grillplatzes als Aufgabe. Freizeithütte und Grillstelle sind in die Jahre gekommen, eine gründliche Renovierung stand an. Mit Feuereifer machten sich die Mädchen und Jungs ans Werk. Die Hütte war instabil, es mussten Balken ausgewechselt und zusätzliche eingezogen werden. Es wurde gezimmert, das Holz abgeschliffen und mehrmals neu gestrichen, der Bewuchs rund um die Hütte zurückgeschnitten und an den Außenwänden ein breites Kiesbett angelegt – man sah, dass ausgebildete Handwerker dabei waren. Der Grillplatz wurde eingeebnet, Grill und Rost instand gesetzt, eine Wippe repariert, Schotter gefahren und Hackschnitzel verteilt. Es war eine richtige Großbaustelle. Die Arbeit hat allen sichtlich Spaß gemacht, alle haben kräftig mit angepackt und wurden gut verpflegt. 20 bis 30 Jugendliche waren im Einsatz und so war die Aufgabe schon am Samstag erledigt. Das Essen und das notwendige Material wurden von verschiedenen Firmen gespendet. Am Sonntag war die ganze Gemeinde zum Abschlussfest an der Tannenwaldhütte eingeladen. Die Besucher waren erstaunt über das gelungene Werk und es gab viel Lob.

Schaut man den über 50 Jugendlichen, die in Talheim bereit waren, für eine gemeinnützige Sache drei Tage lang ihre Arbeitskraft einzusetzen, findet man das Motto: ,,Uns schickt der Himmel“ bestätigt. Am Donnerstag erhielten die Teamleiter die Aufgabe, am Freitag ging es los. Es werkelten nicht nur die Ministranten, sie brachten auch ihre Freunde mit – das Projekt wurde richtig interkulturell. Mit großem Engagement starteten die verschiedenen Arbeitsgruppen. Kulinarisch wurden sie von vielen Eltern und Förderern versorgt. Bewohner, die vorbeischauten und einen Blick auf das entstehende Werk warfen, wurden vom Eifer und der Fröhlichkeit, die untereinander herrschte, angesteckt. Motivation und Gemeinschaftssinn wurden noch durch ein grünes T-Shirt mit Logo bestärkt. Bis in die Nacht hinein ließ die Tatkraft kaum nach, sogar die Gruppenleiter waren zum Teil bis weit nach Mitternacht aktiv.

Das Gemeinschaftsgefühl und das Wissen, miteinander etwas bewirken zu können, ließ im Kindergarten St. Michael einen Barfußpfad entstehen, der echt gelungen und „mehr als ein Sahnehäubchen“ ist. Planen, Organisieren, Spenden ,,erbetteln“, körperlichen Einsatz bringen – das forderte die jungen Menschen heraus. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Den Abschluss am Sonntag bildete ein Gottesdienst an der neuen Anlage, die Pfarrer Armin Noppenberger segnend zusammen mit den Erbauern und der Gemeinde abschritt. Im Namen der Kirchengemeinde bedankte sich Maritta Walz bei den Aktiven und rief ihnen zu: ,,Ihr seid großartig!“ Kindergartenleiterin Marianne Maier freute sich über das in so kurzer Zeit realisierte Projekt: ,,Ihr habt es geschafft! Der Barfußpfad ist ein Teil von jedem Einzelnen von euch. Die Kindergartenkinder werden die Früchte der Aktion genießen, sie erspüren und begehen“. Der Charme der Aktion lag darin, dass Jugendliche miteinander etwas bewerkstelligten und viel Spaß miteinander hatten.

RITA OTT GABRIELE WEBER EUGEN TEUFEL Marianne Hötzel Siehe auch die Landkreis-Seite

72-Stunden-Aktion in Horb und Teilorten war ein Erfolg / Junge Leute haben sich ins Zeug gelegt
Erstaunlich, was in einer 72-Stunden-Aktion bewerkstelligt werden kann: Die KLJB-Jugendgruppe aus Bittelbronn setzte die Tannenwaldhütte samt Grillplatz instand.Bild: et

72-Stunden-Aktion in Horb und Teilorten war ein Erfolg / Junge Leute haben sich ins Zeug gelegt
Ein starkes Team: Ministranten und zusätzliche Helfer haben bei die Außenanlage der Berthold-Auerbach-Grundschule in Nordstetten saniert und in der kurzen Zeit viel geschafft.Bild: Kuball

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18.06.2013, 12:00 Uhr

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