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76 Mal um die Erde gegondelt
Die alte Eibsee-Seilbahn auf dem Weg zur Zugspitze. Foto: dpa
Alpen

76 Mal um die Erde gegondelt

Nach 54 Jahren kommt das Aus für alte Seilbahn auf die Zugspitze. Die neue Bahn wird schon gebaut.

01.04.2017
  • DPA

Garmisch-Partenkirchen. Eine Ära in der alpinen Seilbahntechnik geht am Sonntag in den bayerischen Alpen zu Ende. Nach fast 54 Jahren stellt die Eibsee-Seilbahn auf die 2962 Meter hohe Zugspitze ihren Betrieb ein. Sie macht Platz für die neue Seilbahn an fast derselben Stelle, deren Bau weiter voranschreitet und die am 21. Dezember feierlich in Betrieb gehen soll – wenn alles nach Plan läuft.

Die 1963 fertiggestellte Seilbahn auf Deutschlands höchsten Berg ist noch heute eine technische Meisterleistung. Sie überwindet mit knapp 2000 Metern weltweit den größten Höhenunterschied einer Seilbahn. „Bei der Eibsee-Seilbahn handelt es sich um eine einzigartige technische Leistung, was Höhenunterschied, Streckenlänge, Stützenstandort, Baudurchführung und die geologischen Rahmenbedingungen betrifft“, würdigt Peter Huber, der technische Vorstand der Zugspitzbahn, die vor der Ausmusterung stehende Anlage.

In den fünfeinhalb Jahrzehnten seit ihrer Inbetriebnahme beförderte sie mehr als 21 Millionen Menschen. Alle zurückgelegten Kilometer zusammengezählt haben die beiden Kabinen mehr als 76 Mal die Erde umrundet. Und nach Höhenmetern bemessen sind sie knapp 3,5 Mal zum Mond geschwebt. Dennoch stieß die Seilbahn an ihre Kapazitätsgrenzen, weshalb sich die Bayerische Zugspitzbahn AG mit Sitz in Garmisch-Partenkirchen für einen kompletten Neubau entschied.

Höher als die Frauenkirche

Auch die neue Verkehrsverbindung auf die Zugspitze wird eine Seilbahn der Superlative. Keine andere Seilbahn der Welt überwindet mit 3213 Metern Abstand von der einzigen Stütze bis zur Bergstation eine größere Entfernung. Und keine andere Pendelseilbahn weltweit hat eine Stahlstütze von 127 Metern Höhe. Zum Vergleich: Die Türme der Münchner Frauenkirche sind knapp 100 Meter hoch.

Die alte Seilbahn konnte auf einer Länge von 4,5 Kilometern maximal 240 Menschen pro Stunde befördern. Die neue wird nach Angaben der Zugspitzbahn eine Kapazität von 600 Passagieren stündlich haben. Sie soll an die 50 Millionen Euro kosten. 

Die seilbahnlose Zeit zwischen Abbau der alten und Inbetriebnahme der neuen Bahn auf deutscher Seite wird mit einer erhöhten Kapazität der fast 100 Jahren alten Zahnradbahn überbrückt werden. Außerdem fährt auf österreichischer Seite die Seilbahn von Ehrwald zum Gipfel.

Komplett auf die in die Jahre gekommene Seilbahn verzichten müssen die Besucher der Zugspitze indessen auch nach der Inbetriebnahme der Nachfolgerin nicht. „Die beiden Kabinen bekommen einen Ehrenplatz“, sagt die Zugspitzbahn-Sprecherin Verena Lothes. Wo, das verrät sie aber nicht. dpa

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01.04.2017, 06:00 Uhr

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