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Tübinger leben länger

79,8 Jahre die Jungs, 84,4 Jahre die Mädchen

Nirgendwo in Deutschland, so hat das Statistische Landesamt in Stuttgart herausgefunden, werden die Menschen so alt wie im Landkreis Tübingen.

14.10.2010

Tübingen. Ein Junge, der im Kreis Tübingen zur Welt kommt, kann derzeit auf 79,8 Lebensjahre hoffen. Neugeborene Mädchen bringen es im statistischen Mittel gar auf 84,4 Jahre. Damit, so teilte das Statistische Landesamt gestern mit, liegt die Lebenserwartung im Kreis Tübingen bei den Frauen und bei den Männern „jeweils exakt um ein Jahr über dem Durchschnitt von Baden-Württemberg“. Das Land wiederum liegt im bundesweiten Vergleich mit deutlichem Abstand vorne.

Wie dynamisch sich die durchschnittliche Lebensdauer in Baden-Württemberg entwickelt hat, zeigt ein Vergleich mit den Daten aus früheren Jahren. Während die Lebenserwartung eines neugeborenen Jungen im Jahr 1950 noch 64,9 Jahr betrug, waren es 1970 bereits 68,5 Jahre. Bis 1995 erhöhte sich diese Zahl auf 74,5 Jahre und bis heute weiter auf 78,8 Jahre. Bei neugeborenen Mädchen waren es jeweils etwa vier bis fünf Jahre mehr.

Diesen enormen Anstieg führen die Landesstatistiker in erster Linie auf die deutlich verringerte Säuglingssterblichkeit zurück: „Während Anfang der 1970er Jahre 20 von 1000 Babys im ersten Lebensjahr starben, sind es heute nur noch drei von 1000 Neugeborenen.“ Aber auch im höheren Alter hat die Sterblichkeit dank besserer medizinischer Versorgung beträchtlich abgenommen. So können sich 75-jährige Frauen heute auf eine weitere Lebensdauer von durchschnittlich 13 Jahren einstellen. Anfang der 1970er Jahre waren es nur etwas mehr als acht Jahre.

Dass die Tübinger Männer fast ein Jahr älter werden als die Böblinger und die Reutlinger, fast um zwei Jahre älter als die Balinger und um 2,5 Jahre älter als die Mannheimer, die in diesem Ranking das Schlusslicht bilden, hat nach Auffassung der Statistiker viele Gründe. Doch auch bei der Erklärung solcher regionaler Unterschiede gilt für sie vorneweg die Faustregel: „Je höher die Bildung und je besser die Einkommensverhältnisse, desto niedriger fällt tendenziell die Sterblichkeit aus.“

Dass Frauen länger leben als Männer, ist nach Ansicht der Experten „teilweise genetisch bedingt“, vor allem aber auch auf unterschiedliche Verhaltensweisen zurückzuführen: „Frauen ernähren sich gesünder und sind deshalb seltener übergewichtig; sie setzen sich im Alltag weniger Gefahren aus, verüben seltener Suizid und nehmen häufiger Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch.“ sep

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14.10.2010, 12:00 Uhr

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