Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
8 Frauen

Acht Diven versprühen Gift und Glamour. Wer das verpasst ist ein elender Frauenfeind.

Acht Diven versprühen Gift und Glamour. Wer das verpasst ist ein elender Frauenfeind.

8 FEMMES
Frankreich

Regie: Francois Ozon
Mit: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
24.11.2015
  • che

Ein einsam gelegenes Landhaus. Ein Mord am Hausherrn. Acht Frauen, von denen jede als Täterin in Frage kommt. Man muss schon sagen: Arg originell ist der Plot des neuen Films von Frankreichs Regie-Star François Ozon nicht. Aber darauf kommt es diesmal nicht an.

Die Verfilmung des Agatha-Christie-verstaubten Theaterstücks eines vergessenen Autors war für Ozon nur der Aufhänger, um sich einen spinnerten Wunschtraum zu erfüllen: Große französische Filmdiven aller Epochen sollten „wie Löwinnen in der Arena“ aufeinander losgelassen werden. Und weil der 35-Jährige seit der Charlotte-Rampling-Seelenshow Unter dem Sand über einen immensen Frauenbonus verfügt, ist es genauso gekommen: Zum ersten und wohl einzigen Mal standen Catherine Deneuve, Danielle Darrieux, Fanny Ardant, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Firmine Richard, Ludivine Sagnier und Virginie Ledoyen gemeinsam vor der Kamera.

Weil „8 Frauen“ weniger ein Film als eine Laune der Filmgeschichte ist, braucht sich keine von ihnen Sorgen ums Image zu machen. Huppert gibt mit diebischer Lust und kecker Kassenbrille eine nörgelnde Nervensäge. Deneuve und Ardant wälzen sich lesbisch liebend auf dem Fußboden. Darrieux, die vor 72 Jahren ihren ersten Film gemacht hat, spritzt als trinkfreudige Oma vom Rollstuhl aus Gift in die Runde. Und damit auch dem Letzten der Unernst des Unternehmens klar wird, darf jede der Damen zwischendurch eine Chanson-Einlage loswerden. Die mit viel Liebe zum kitschigen Detail ausgesuchten Kostüme und Requisiten machen den Streifen vollends zu einem Schau-Spektakel ersten Ranges.

Für ein Meisterwerk, das mancher Kritiker im Überschwang der Gefühle gesehen haben wollte, reicht das aber nicht. Wer sich von Ozon in die Abgründe seiner Fassbinder-Verfilmung Tropfen auf heiße Steine entführen ließ, könnte von der glamourös schillernden Oberflächlichkeit sogar etwas enttäuscht sein. „8 Frauen“ ist nicht mehr und nicht weniger als bonbonbunte Unterhaltung für fröhliche Jungs und Mädels zwischen 22 (Ludivine Sagnier) und 85 (Danielle Darrieux).

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.

Kino Suche im Bereich
nach Begriff
Anzeige