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Liebe – stark wie der Tod

800 Rocker und 2000 Zaungäste kamen zur Rockerhochzeit

Höllenengel mal ganz friedlich: Am Samstag ging in der Marienkirche die wohl spektakulärste Hochzeit des Jahres 2012 problemlos über die Bühne. Auch der anschließende Korso und die Feier in der Hechinger Diskothek „Wom“ verliefen ohne Zwischenfälle.

18.06.2012
  • uschi kurz

Reutlingen. Über 2000 Schaulustige säumten die Metzgerstraße und den Weibermarkt, als dort die Harleys mit ihrem typischen Geknatter anrollten. Rocker aus ganz Deutschland, aber auch aus Norwegen und Übersee kamen, um mit Ingo Dura Hochzeit zu feiern. Die Männer - martialisch mit ihren Kutten und Tattoos, aufgetakelte Frauen an ihrer Seite. Verhaltener Beifall brandete auf, als pünktlich um 14 Uhr der Rolls Royce mit der Braut am Brunnen vorfuhr. Es bedurfte noch etwas Motivation des Reutlinger Rockerchefs Ingo Dura („Hey könnet ihr noch einmal applaudiera für mei Frau sonst kommt sie net“), dann erschien Braut Ulrike – ganz in schwarz. Unterdessen hatte Dekan Jürgen Moor drinnen den Kuttenträgern klar gemacht, wer im Gotteshaus das Sagen hat. Ohne Widerrede gaben sie den Versuch, die vorderen Ränge für Rocker zu reservieren, auf.

Zu den Klängen von „Nothing else matters“ von Metallica und „Jumping Jack Flash“ von den Rolling Stones lief das Brautpaar ein. Danach wurde es in der voll besetzten Marienkirche feierlich und traditionell. Mit Paul Gerhardts Kirchenlied-Klassiker „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ begann der Gottesdienst. Als Trauvers hatte sich das Rockerpaar eine Stelle aus dem Hohelied des Alten Testaments ausgesucht: „Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, so dass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können.“ Pfarrer Andreas Bihl nahm in seiner Predigt darauf Bezug, sprach davon, dass Liebe, auch wenn sie stark sei, gepflegt sein wolle, damit sie keine Dellen davontrage. Trauzeuge Frank Hanebuth hielt sich umringt von seinen Securities, zunächst dezent auf einer der hinteren Kirchenbänke auf, kam erst beim Trauversprechen nach vorne. Dass Ingo Dura nicht einmal dabei seine Sonnenbrille abnahm, wurde nicht von allen Kirchgänger(inne)n goutiert.

Die Kirche, die zunächst voll besetzt war, begann sich schon bald wieder zu lichten. Viele, die nur zum Gucken gekommen waren, strömten nach draußen, um die Abfahrt der Festgäste mit ihren Höllenmaschinen und den Prachtkarossen nicht zu versäumen.

„Alles im grünen Bereich“, so lautete die Auskunft der Reutlinger Polizei, die am Samstag mit zahlreichen Beamten in zivil und in Uniform die Rockerhochzeit beobachtete. „Alles im grünen Bereich“, so hieß es auch nach der anschließenden Feier in der Diskothek World of Music (Wom) im Hechinger Industriegebiet. Von den erwarteten über 1000 Gästen waren längst nicht alle erschienen.
Auch der Andrang in der Marienkirche hielt sich letztlich in Grenzen. Wie sagte eine erfahrene Kirchgängerin: „An Weihnachten ist mehr los“.

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18.06.2012, 12:00 Uhr

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