Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Erfolg gegen Einbrecher

99 Festnahmen: Bayern und Baden-Württemberg fahnden gemeinsam

Im gemeinsamen Kampf gegen Einbrecherbanden melden die Polizeien von Baden-Württemberg und Bayern erste Fahndungserfolge. Vor allem professionellen Banden soll verstärkt Einhalt geboten werden.

05.11.2015
  • BETTINA WIESELMANN (MIT DPA

Stuttgart In den letzten zehn Tagen im Oktober waren Teile Baden-Württembergs und Bayerns ein heißes Pflaster vor allem für professionelle Einbrecherbanden. In abgestimmten Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen gingen den Polizeikräften aus den beiden Südländern zwischen dem 22. und dem 31. Oktober 99 Tatverdächtige ins Netz, gegen 17 Personen wurde Haftbefehl erlassen. Insgesamt wurden 15 223 Personen und 8420 Fahrzeuge überprüft, wurden 151 Straftaten wegen Diebstahls- und Verkehrsdelikten, wegen Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz und wegen Drogendelikten angezeigt.

Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall stellte gestern zufrieden fest: "Die im Juli zwischen Baden-Württemberg und Bayern abgeschlossene Kooperationsvereinbarung haben wir mit Leben erfüllt. Im Süden haben es Straftäter jetzt noch schwerer." Hintergrund der am 24. Juli förmlich zwischen dem Sozialdemokraten Gall und seinem christsozialen Kollegen Joachim Herrmann besiegelten Zusammenarbeit waren in beiden Südländern drastisch gestiegene Wohnungseinbrüche. Da sie in vielen Fällen professionellen, oft grenzüberschreitend reisenden Einbrecherbanden zugeordnet werden können, gehört zum Kern der Kooperation die gemeinsame Kontrolle der Verkehrs- und Fluchtwege.

Der jetzt publizierte Fahndungseinsatz, an dem 2377 Beamte aus beiden Ländern teilnahmen, konzentrierte sich im Land auf die Polizeipräsidien Aalen, Heilbronn, Ulm und Konstanz. Auf bayerischer Seite leiteten die Polizeipräsidien Unterfranken, Mittelfranken, Schwaben-Nord und Schwaben Süd-West die Einsätze. Jeweils waren auch Polizisten aus dem Nachbarland beteiligt.

Auch der Austausch von Ermittlungserkenntnissen zwischen den Polizeien beider Länder wurde vereinfacht. Täglich werden in standardisierter Form Informationen über verdächtige Autos und Personen, zu sichergestelltem Diebesgut und Tatwerkzeugen übermittelt. Das habe auch schon zu Hinweisen auf überregional agierende Täter geführt.

Derzeit werden auch die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass auch die bayerische Polizei auf die baden-württembergische Sammlung von Schuhspuren direkt zugreifen kann.

Ein anderer Schwerpunkt der Südschienen-Zusammenarbeit betrifft die Prävention. Gerade beim Delikt Wohnungseinbruch kann durch Aufklärung Verbrechen vorgebeugt werden. Immerhin scheitern mehr als 40 Prozent der Einbrecher, weil sie entweder gestört werden oder aber die Sicherungsmaßnahmen ausreichend abschreckende Wirkung haben. Gemeinsame Informationsstände wie im August bei der Allgäuer Festwoche fanden bereits statt. Auch in Ulm/Neu-Ulm soll ein erster gemeinsamer Tag des Einbruchsschutzes stattfinden. Vereinbart wurde auch, dass Baden-Württemberg und Bayern die Wirksamkeit eingebauter Sicherungstechnik eingehender prüfen.

"Trotz der hohen Belastung für die Polizei durch die Flüchtlings-Krise wird die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche nicht vernachlässigt", sagte gestern Bayerns Innenminister Herrmann in Nürnberg. So sei etwa die Schleierfahndung bayernweit um täglich bis zu 500 Polizisten verstärkt worden. Im Freistaat konnte die Polizei in den ersten neun Monaten fast jeden fünften Einbruch aufklären. 2014 lag die Aufklärungsquote noch bei 15 Prozent.

Unter allen Bundesländern war die Einbruchsgefahr mit 65 Taten pro 100 000 Einwohnern in Bayern mit am geringsten. Noch besser steht nur Thüringen mit 45 Fällen da. Baden-Württemberg liegt mit rund doppelt so vielen Fällen wie in Bayern auch noch im guten Mittelfeld. Bremen hat die meisten Einbrüche - 541 auf jeweils 100 000 Einwohner. )

99 Festnahmen: Bayern und Baden-Württemberg fahnden gemeinsam
Fingierter Einbruch: Ein Mann demonstriert in einer polizeilichen Beratungsstelle, wie einfach es für einen Dieb wäre, mit Hilfe eines stabilen Schraubendrehers ein geschlossenes Fenster von außen zu öffnen. Foto: dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

05.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball