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AT&T zahlt Milliarden für Time Warner
Star von „Game of the Thrones“: Sophie Turner. Foto: afp
Übernahme

AT&T zahlt Milliarden für Time Warner

TV-Serien und Hollywood-Filme kommen künftig vom US-amerikanischen Telekom-Konzern.

24.10.2016
  • DPA

New York. Seit Jahren klagen Telekom-Konzerne, die Internet-Firmen verdienten das Geld in ihren Netzen, während ihnen selbst die Rolle einer „dummen Pipeline“ drohe. Jetzt ist der amerikanische Telekommunikations-Riese AT&T bereit, für Time Warners TV-Sender („Game Of Thrones“, „Sopranos“, „Sex And The City“) und Filmstudios mehr als 100 Mrd. US-Dollar (91,8 Mrd. EUR) hinzublättern. Dabei geht es nicht nur darum, die Zukunft von AT&T in der neuen Online-Welt abzusichern. Das Ziel ist auch, neu zu ordnen, wer und an welcher Stelle das Geld mit Videoinhalten verdient.

„Die Zukunft des Mobil-Geschäfts ist Video, und die Zukunft von Video ist mobil“, sagte AT&T-Chef Randall Stephenson. Die allgegenwärtigen Mobil-Geräte wie Smartphones haben erst den PC ersetzt. Jetzt wird über sie auch immer mehr Video geschaut – allein die Zahlen von Facebook sind ein klarer Beleg dafür.

AT&T setzte bereits mit dem Kauf des Satelliten-TV-Anbieter DirecTV für stolze 50 Mrd. Dollar auf das Fernsehgeschäft. Im Ergebnis ist AT&T jetzt der größte Anbieter von TV-Anschlüssen in den USA und die Nummer zwei im Geschäft mit Internet-Zugängen fürs Zuhause. Und der größte Mobilfunk-Anbieter des Landes nach Verizon Wireless.

In Deutschland wollen die Telekom-Konzerne ihren Kunden zwar auch TV-Zugänge aus einer Hand bieten – Beispiele sind die Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone oder das Entertain-Angebot der Deutschen Telekom. Um exklusive Fernsehinhalte geht es in dieser Dimension aber nicht.

Der amerikanische TV-Markt tickt allerdings anders und ist im Wandel. Traditionell lief es so, dass Anbieter von Kabel- und Satelliten-Anschlüssen den Zugang zu den TV-Kanälen kontrollierten. Wer nicht 50 bis 100 Dollar im Monat zahlt, bekommt wenig zu sehen. Doch nun gewinnt die Bewegung der sogenannten „Cord-Cutter“ an Fahrt – Leuten, die ihre Kabel-Abos kappen und stattdessen auf das Internet ausweichen. Die Sender stellen sich stärker auf diesen Lebensstil ein.

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24.10.2016, 06:00 Uhr

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