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Aaltra

Schwarz(weiß)e Groteske: ein fieses Duo im Rollstuhl schmarotzt sich durch Europa.

Schwarz(weiß)e Groteske: ein fieses Duo im Rollstuhl schmarotzt sich durch Europa.

AALTRA
Frankreich

Regie: Benoît Delépine, Gustave Kevern
Mit: Benoît Delépine, Gustave Kevern, Aki Kaurismäki

- ab 12 Jahren

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24.11.2015
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Erscheint am 1. Juni 2007 als Kauf- und Leih-DVD (Anbieter: Alive)

Nachbarn, deren Zwist sich langsam hochschaukelt, waren schon für manche vergnügliche Kinostunde gut. Hier eskaliert der Zoff jedoch schon nach wenigen Filmminuten. Nach einer Rauferei auf einem klapprigen Traktor finden sich die Streithähne – der bullige Bauer Gus und der drahtige Angestellte Ben – im Rollstuhl wieder. An der wunderbaren Feindschaft ändert das zunächst wenig. Erst nachdem beiden Familie und Geld abhanden gekommen ist, müssen sie sich widerwillig gemeinsam gegen ihr Schicksal stemmen. Es geht auf große Tramp-Tour nach Finnland, wo sie dem Landmaschinen-Hersteller Feuer unterm Hintern machen wollen.

Haben solche Reisen gewöhnlich den Sinn, die Beteiligten zu läutern, geht es in „Aaltra“ eher darum, sämtliche (Film-)Klischees über Behinderte dem Erdboden gleich zu machen. Denn auch im Rollstuhl bleiben Gus und Ben die Stinkstiefel, die sie immer waren: rüpeln arglose Passanten an, klauen hilfsbereiten Weggefährten den Kühlschrank leer und stürzen sich mit ihrer großmäuligen Ignoranz, die ein bisschen an Beavis und Butthead erinnert, andauernd selbst ins Schlamassel. Umgekehrt zeigt der Film aber auch, wie das Mitleid der Gutmenschen bei Unbotmäßigkeit ziemlich schnell in schieren Hass umschlagen kann.

Allzu Ernst ist es den Regisseuren Benoît Delépine und Gustave Kervern, die auch die Hauptrollen spielen, mit solchen Botschaften jedoch nicht. In erster Linie geht es dem in Frankreich als Fernsehkomiker bekannten Duo um eine Parade grotesker und mit knochentrockenem Humor überzeichneter Alltagssituationen. Weit entfernt von Charaktertiefe, sind die Protagonisten dabei oft nur Erfüllungsgehilfen beim Zünden der Gags.

Eine solche Nummernrevue könnte leicht ermüden, gäbe es nicht als Gegengewicht die kunstvoll stilisierte Schwarz-weiß-Fotografie (Kamera: Hugues Poulain), die der Erzählung einen Stich ins Surreale verleiht. Für gelegentliche Längen entschädigen zwei Extra-Schmankerl zum Schluss: eine wunderliche Version des Gassenhauers „Sunny“, gesungen von „Ultranova“-Regisseur Bouli Lanners, und ein Kurzauftritt von Aki Kaurismäki, diesem Bruder im Geiste der beiden Regisseure, die bei den Französischen Filmtagen 2006 hren jüngsten Film „Avida“ vorgestellt haben.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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