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Die Zeit zum Rauchmelder-Kauf wird knapp

Ab Januar 2015 gilt die gesetzliche Brandmelderpflicht

In Deutschland sterben Schätzungen zufolge pro Jahr 500 Menschen bei Feuern. Über 70 Prozent von ihnen werden nachts von den giftigen Gasen getötet, weil der Geruchssinn im Schlaf nicht aktiv ist. In den Wohnungen der GWG, bei Tübingens größtem Vermieter, läuft der Einbau noch.

28.12.2014
  • Lorenzo Zimmer

Tübingen. Die Zeit, die eigenen vier Wände mit Rauchmeldern auszustatten, wird langsam knapp. Für Bestandsbauten sah die Landesbauverordnung eine Schonfrist vor, doch sie läuft zum Jahresende ab. Neubauten müssen schon seit dem 11. Juli 2013 in Baden-Württemberg mit Brandmeldern ausgestattet werden. Dabei reicht ein Rauchmelder pro Wohnung nicht: „Aufenthaltsräume, in denen [. . .] Personen schlafen, sowie Rettungswege von solchen Aufenthaltsräumen [. . .] sind jeweils mit mindestens einem Rauchwarnmelder auszustatten“, sagt die Verordnung.

Tübingens Feuerwehrkommandant Michael Oser hält die Rauchmeldepflicht für sinnvoll: „Die Geräte warnen Bewohner frühzeitig und wecken sie auch auf.“ Er erinnert sich spontan an einen Brand in der Keplerstraße. Eine Bewohnerin hatte einen Tablet-Computer auf einer eingeschalteten Herdplatte liegen gelassen. Das Gerät begann zu schwelen und löste den Rauchmelder aus. Nachbarn hörten den lauten Pfeifton und alarmierten die Feuerwehr. Sie weckte die fest schlafende Bewohnerin. „Da wäre es ansonsten sicher zu einem richtigen Küchenbrand gekommen“, sagt Oser.

Er rät beim Kauf zur Sorgfalt: „Man sollte unbedingt auf eine VDS-Zulassung und das Q-Zeichen achten“, so der Brandmeister. Diese Siegel sprechen für die Qualität des Geräts. Außerdem solle der Verbraucher auf eine Zehn-Jahres-Batterie achten. Solche Geräte seien zwar etwas teurer – mit den Kosten und dem Aufwand für den Batteriewechsel amortisiere sich das aber.

Regelmäßige Kontrollen, ob die kleinen Lebensretter tatsächlich montiert wurden, sieht der Gesetzgeber zunächst nicht vor. Für den Einbau ist der Eigentümer verantwortlich – bei Mietwohnungen also der Vermieter. Für die Wartung ist jedoch der Mieter selbst zuständig, es sei denn, er vereinbart mit seinem Vermieter etwas anderes.

In den vergangenen Monaten war oft von einem Ansturm auf Baumärkte zu lesen – häufig auch von einem Lieferengpass für Brandmelder. Das kann Dennis Lussier von Hornbach in Tübingen nicht bestätigen: „Wir haben an die 3000 Stück vorrätig.“ In den vergangenen Monaten habe es nur vereinzelt Knappheit bei bestimmten Modellen gegeben. Zum Beispiel, wenn diese besonders gut bei einem Test abgeschnitten hatten oder preisgünstig zu haben waren.

Lussier warnt allerdings vor allzu billigen Geräten: „Die Funktionsdauer der etwas teureren Geräte ist schon deutlich länger.“ Ein vernünftiger Rauchmelder sei ab 4 Euro aufwärts zu haben. Auch zur Wartung hat der Baumarkt-Mitarbeiter einen Tipp: An den Sensoren der Brandmelder könne sich Staub sammeln, der dann irgendwann zum Auslösen des Geräts führe. „Einfaches Absaugen mit dem Staubsauger kann hier Abhilfe schaffen“, sagt Lussier.

Mitarbeiter vom Toom-Baumarkt wollten sich zum Thema nicht äußern. Nachdem es in der Vergangenheit kritische Nachfragen zu Brandmeldern gegeben habe, seien die Angestellten angewiesen worden, zum Thema Brandmelder gegenüber der Presse keine Stellung mehr zu nehmen, so die Pressestelle des Unternehmens in Köln.

Die Tübinger Wohnungsbaugesellschaft GWG hat 90 Prozent ihrer 2000 Wohnungen mit Brandwarnmeldern ausgestattet. Sie hat einen Dienstleister mit der Installation der Geräte beauftragt. Dieser kümmert sich auch um die Instandsetzung der Heizungsanlagen für die Wohnungsgesellschaft.

Etwa 7200 Geräte sind in den Wohnungen der GWG bereits installiert – weitere 800 stehen noch aus. „Wir hoffen, dass das bis zum Jahreswechsel zu schaffen ist“, so Gerhard Breuninger, Geschäftsführer der GWG. Letzte Woche hatte er mit Vertretern des Heizungsdienstleisters gesprochen. Dabei wurde er über Lieferengpässe des Modells informiert, das in den Wohnungen der Gesellschaft verbaut wird.

Die Kosten für die regelmäßige Wartung per Funk legt die GWG auf ihre Mieter um. Pro Jahr verlangt sie 5,80 Euro pro Gerät. Bei durchschnittlich vier Geräten je Wohnung sind das 23,80 Euro. In einem Gespräch mit dem TAGBLATT im Juni hielt Breuninger das für vertretbar: „Für diese geringen Mehrkosten erhält man einen deutlich höheren Sicherheitsstandard.“

Ab Januar 2015 gilt die gesetzliche Brandmelderpflicht
In den Baumärkten sind Rauchmelder noch vorrätig.

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28.12.2014, 12:00 Uhr

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