Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Abbitte - Zwischen Verlangen und Sünde

Hochkarätiges Melodrama nach Ian McEwan über die tragischen Folgen einer Denunziation.

Hochkarätiges Melodrama nach Ian McEwan über die tragischen Folgen einer Denunziation.

Abbitte - Zwischen Verlangen und Sünde

© null 01:44 min

ATONEMENT
GB

Regie: Joe Wright
Mit: Keira Knightley, James McAvoy, Romola Garai, Vanessa Redgrave

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
24.11.2015
  • Wolfgang Hübner, AP

Es ist heiß im Sommer 1935, auch auf dem Landsitz der Familie Tallis in England. Zwei Töchter hat die sehr wohlhabende Familie, die schöne junge Cecilia und ihre literarisch begabte, sehr verschlossene dreizehnjährige Schwester Briony. Cecilia ist nicht ganz standesgemäß verliebt in den gut aussehenden Robbie, Sohn der Haushälterin. Briony beobachtet das Paar mit Misstrauen und Neugier. So wird sie heimlich Augenzeugin einer Szene, die sie - verhängnisvoll für alle Beteiligten - falsch interpretiert.
Was daraus folgt, hat der renommierte britische Schriftsteller Ian McEwan in seinem Romanbestseller "Abbitte " geschildert. Nun hat der englische Regisseur Joe Wright die Geschichte einer spät eingestandenen Schuld mit herausragenden Schauspielern Großbritanniens als bewegendes Melodram in Szene gesetzt, das heute in die Kinos kommt.

Die Handlung spielt in drei Zeitebenen: vor dem Zweiten Weltkrieg, in dessen Anfangsphase nach der Niederlage britischer Truppen in Belgien und Frankreich sowie 1999. Es bedurfte daher gleich dreier Schauspielerinnen, um die Intrigantin Briony darzustellen. Die junge Irin Saoirse Ronan spielt Briony als Heranwachsende, Romola Garai verkörpert die junge Frau in einem Londoner Lazarett, und Vanessa Redgrave zeigt in einem kurzen, aber grandiosen Auftritt die alt gewordene Erfolgsschriftstellerin, die in ihrem letzten Buch bekennt, einst das Leben ihrer schönen älteren Schwester Cecilia und besonders das von deren Freund Robbie zerstört zu haben.

Keira Knightley, der derzeitige weibliche Star des britischen Kinos, ist in der Rolle der Cecilia zu sehen. Und James McAvoy, dessen Name man sich merken sollte, ist hinreißend als schüchtern Verliebter und anrührend als tragisch dem chaotischen Kriegsgeschehen ausgelieferter Soldat.

Romanautor McEwan beleuchtet gerne menschliche Abgründe, und er tut das auf höchstem literarischen, gleichwohl gut lesbarem Niveau. Es ist eine große Qualität der Verfilmung, dieses Niveau gehalten zu haben. Besonders der erste, im Jahr 1935 spielende Teil ist berauschend schön in Szene gesetzt. Wer wünschte sich nicht, einen heißen Sommer auf diesem Landgut in prachtvoller Natur zu verbringen? Doch in fast jeder Einstellung lauert schon das kommende Unheil.

Regisseur Wright, gefeiert für sein Kinodebüt mit dem Historiendrama "Stolz und Vorurteil ", konnte die Kriegsszenen mit großem Aufwand inszenieren. Es sind nicht siegreiche, sondern geschlagene, demoralisierte britische Soldaten, die da an der Kanalküste auf die rettende Überfahrt zu ihrer Insel warten. Wird der sensible Robbie das auch schaffen?

Der Film hat für die Zuschauer einige Überraschungsmomente parat. Auch sie machen "Abbitte " zu einem Leinwanderlebnis, das einen Besuch dieses hochkarätigen Melodrams allemal lohnt. Und wenn am Schluss die große Vanessa Redgrave als alt, krank und weise gewordene Briony ins Bild kommt, dann geht diese Geschichte einer kindlichen Eifersucht mit tragischen Konsequenzen tief unter die Haut. "Abbitte " ist als Literaturverfilmung von ähnlicher Qualität wie der einstige Oscar-Gewinner "Der Englische Patient ". .

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
28.01.2008

12:00 Uhr

Katharina schrieb:

Traurig und schön.
Jedoch etwas überbewertet.
James McAvoy jedoch verdient den Oscar.



22.01.2008

12:00 Uhr

Tigerauge schrieb:

Wunderbar dargestellte Thematik, Abtauchen in die Tiefen der Menschlichen Psyche. Grandiose Bilder, traumhafte Szenen, wunderschöne Natur und ein Beispiel dafür, dass manchmal das Gegenteil von gut "gut gemeint" ist. Traumwelt und schockierende Realität, Grandiose Tiefe und phantastische Schönheit! DANKE



02.12.2007

12:00 Uhr

Ursula M schrieb:

Der Film berührt nicht wirklich weder in den erotischen, noch in den tragischen Szenen. Die Personen und Bilder sind zu glatt, zu sehr auf "schön" ausgerichtet. Der zweite Teil wirkt zusammenhangslos und ist viel zu lang(weilig). Im vergleich zum Roman eine große Enttäuschung!



26.11.2007

12:00 Uhr

spielbergle schrieb:

Aufwühlend, aber nicht kitschig: ein Meisterwerk, das rundum gelungen ist - von den Schauspielern über die Geschichte bis hin zur originellen Inszenierung samt der starken Bilder ein filmischer Genuß!



26.11.2007

12:00 Uhr

Iphigenie schrieb:

Ein wunderschöner Film!



<< < 1 2 > >> 

Kino Suche im Bereich
nach Begriff
Anzeige