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Abellio braucht Lokführer
So wie im Ruhr-Sieg-Netz werden ab 2019 auch zwischen Stuttgart und Tübingen Abellio-Züge rollen. Noch aber fehlt Personal. Foto: Abellio
Mitarbeiter

Abellio braucht Lokführer

Von 2019 an sollen die Züge des Bahnbetreibers auf Strecken im Südwesten fahren. Der neue Baden-Württemberg-Chef wirbt deshalb kräftig um Personal.

02.11.2016
  • DPA

Stuttgart. Mit attraktiven Angeboten und flexiblen Arbeitszeitmodellen will der neue baden-württembergische Geschäftsführer des Bahnbetreibers Abellio, Andreas Moschinski, um Lokführer und anderes Personal für seine Züge im Stuttgarter Netz werben. „Wir müssen uns als attraktiver Arbeitgeber platzieren“, sagte der ehemalige Manager der Deutschen Bahn (DB) anlässlich seines Amtsantritts beim DB-Konkurrenten Abellio der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Abellio gebe eine Arbeitsplatzgarantie für mehr als 13 Jahre. Der Vertrag mit dem Land Baden-Württemberg für den Schienenpersonennahverkehr im Neckartal (Tübingen, Reutlingen, Stuttgart, Heilbronn, Heidelberg, Mannheim) werde ab 2019 für mehr als ein Jahrzehnt gelten. Zudem müsse über flexible Arbeitszeit- und Teilzeitmodelle nachgedacht werden und über Maßnahmen, um Frauen für die Branche zu interessieren. Den Gesamtpersonalbedarf, darunter etwa auch Kundenbetreuer, bezifferte er auf 250 Männer und Frauen.

Die Personalie Moschinski hatte für Aufsehen gesorgt, weil der 53-Jährige zuvor lange Jahre beim Platzhirschen DB Regio Chef war. Die Bahn hatte die Ausschreibung der Stuttgarter Netze wegen eines Formfehlers verloren, obwohl sie das günstigste Konzept präsentiert hatte. Über seinen Beitrag zum Desaster für die Bahn sagte er: „Der Chef eines großen Unternehmens ist immer für das verantwortlich, was im Unternehmen geschieht – auch wenn er selbst nicht gehandelt hat.“

Ab Juni 2019 wird Abellio 43 fabrikneue Züge jährlich 6,8 Millionen Zugkilometer fahren lassen. Das Unternehmen werde die Fahrzeuge im Auftrag des Landes kaufen, erläuterte Moschinski. Dieses erhalte wegen seiner Bonität günstigere Bedingungen. Laut Moschinski erspart das dem Steuerzahler „erhebliche Millionenbeträge“. Abellio werde weitere Ausschreibungen für baden-württembergische Netze wie etwa die Murrbahn (Stuttgart - Schwäbisch Hall - Nürnberg) sorgfältig prüfen. Auch die deutsche Tochter des britischen Bahnbetreibers Go-Ahead hatte bei den Stuttgarter Netzen einen Zuschlag erhalten.

Gemeinsame Konzepte

Moschinskis Wechsel von der DB zum Konkurrenten mit niederländischem Mutterkonzern hatte keiner formellen Karenzzeit unterlegen. Die DB habe keine solche Wettbewerbsklausel. Allerdings lägen zwischen seinem Ausscheiden bei der DB und dem Antritt bei Abellio vier Monate, sagte er.

Abellio will als Nahverkehrsanbieter auch zu einer ökologisch günstigeren Verkehrsinfrastruktur beitragen. „Es geht darum, dass Schiene, Bus, Straßenbahnen Hand in Hand Konzepte entwickeln.“ Die Verteilung des Passagieraufkommens müsse auch mit Blick auf die Feinstaubprobleme vom motorisierten Individualverkehr in Richtung öffentlichen Verkehr verschoben werden. An diesem Ziel wolle Abellio mit Politik, Kommune und anderen Verkehrsträgern arbeiten. Julia Giertz, dpa

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02.11.2016, 06:00 Uhr

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