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Kommentar

Abenteuer unterwegs nach Ofterdingen (12)

In der jüngsten Folge dieser Serie war davon die Rede, dass in Ofterdingen wegen einer Intensivbaustelle mehrere Bedarfshaltestellen für den Busverkehr eingerichtet wurden. Insgesamt dauerte der Bedarf ein halbes Jahr. Die Bedarfshaltestellen waren durch Bedarfshaltestellenschilder gekennzeichnet, nicht jedoch durch Bedarfshaltestellenfahrpläne. Wahrscheinlich deswegen, weil es kein Bedarfshaltestellengesetz gibt, das solche Leerstellen regelt.

05.11.2015
  • Hans-Joachim Lang

Dass man das der Kundschaft zuliebe tun könnte, ist nicht vorgesehen. „Das machen wir nicht“, hatten wir vor zwei Monaten lapidar als Auskunft bekommen, als wir nach dem Grund fragten. Service ist ja bekanntlich ein Fremdwort.

An den Bedarfshaltestellenschildern keine Bedarfshaltestellenfahrpläne auszuhängen, hat den Vorteil, dass man auch keine weghängen muss. Richten muss man sich als Busnutzer dennoch nach ihnen. Als ich einmal aus der Sicht eines Busfahrers zu spät an der Bushaltestelle eintraf, weil er eine Minute zu früh angekommen war, musste ich mir vorhalten lassen, dass man mindestens zwei Minuten vor Abfahrt an der Haltestelle zu sein hat. Ich habe mich nachträglich kundig gemacht und habe ihm nachträglich an dieser Stelle öffentlich rechtgegeben.

Aber welches ist die richtige Haltestelle? Am vorigen Wochenende teilte die Gemeindeverwaltung Ofterdingen den Medien mit, wovon man sich an Ort und Stelle bald überzeugen konnte: Die gesperrte Straße ist für den Durchgangsverkehr wieder freigegeben. Die Folgen für den Öffentlichen Personennahverkehr erfuhr man nicht. Wer aber am Montagmorgen an einer Bedarfshaltestelle stand, hatte Pech. Nur weil ich, abgehärtet durch die „Service“-Orientiertheit des Busverkehrs, mich dort positionierte, wo ich beide Haltestellen einsehen konnte, erreichte ich um 8.21 Uhr mit einem kräftigen Spurt den Bus an der regulären Bushaltestelle. Abends auf dem Rückweg wurde ich wieder an der Bedarfshaltestelle herausgelassen.

Gestern morgen um halb Elf stand ich an der alten Haltestelle, um nach Tübingen zu kommen, doch der Bus hielt an der Bedarfshaltestelle. Ich erspurtete ihn. Kurz zuvor hat eine Frau, die zur gleichen Zeit von der Bedarfshaltestelle in die entgegengesetzte Richtung nach Mössingen gelangen wollte, ihren Bus verpasst. Ich hatte ihr empfohlen, zur vermeintlich richtigen Haltestelle zu gehen. Doch das Richtige war in diesem Moment noch das Falsche.

Warum die Verzögerung? Man habe mehrere Tage lang versucht, in der Ofterdinger Verwaltung jemanden zu erreichen, der die „verkehrsrechtliche Anordnung“ treffe, die Haltestelle rückzuverlegen. „Aber da fühlte sich niemand verantwortlich“, hieß es auf Nachfrage bei der RAB (Regionalverkehr Alb-Bodensee). Erst am Dienstag sei die Anordnung erfolgt. Bloß hatte am Mittwochmorgen noch niemand die Bedarfshaltestellenschilder entfernt und die Busfahrer informiert. Was folgt daraus für Busreisende? Ganz einfach: Nicht nur frühzeitig an einer, sondern an zwei Haltestellen zugleich stehen.

(Fortsetzung folgt)

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05.11.2015, 12:00 Uhr

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