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Kommentar Öffentlicher Nahverkehr

Abenteuer unterwegs nach Ofterdingen (8)

Manchmal werde ich gefragt, ob denn mein Geschreibsel, das von meinen Erlebnissen im Öffentlichen Personennahverkehr handelt, irgendwelche Folgen habe. Ja auch, ob sich womöglich etwas zum Guten gewendet hat. Es ist dies eine berechtigte Neugier, zumal ich mich dies selbst schon gefragt habe. Nach sieben Folgen der abenteuerlichen Serie über meine Hin- und Herfahrten zwischen Tübingen und Ofterdingen soll also so etwas wie ein Zwischenergebnis festgehalten werden.

05.08.2014
  • Hans-Joachim Lang

Zu den gewiss auch touristisch vermarktbaren Resultaten dieser Artikelfolge zählt sicherlich das an prominenter TAGBLATT-Stelle – hier oben auf Seite eins des Lokalteils – mehrfach abgefeuerte Bekenntnis zu Mössingens lebendiger Mitte. Unfreiwillig habe ich sie kennenlernen dürfen und darüber stets Bericht erstattet. Nach außen festigte sich dadurch der Eindruck, dass es die in der Großen Kreisstadt viel beschworene lebendige Mitte tatsächlich gibt. Das wird die eine und den anderen aus nah und fern zusätzlich zu Entdeckungstouren dorthin animieren und irgendwie den Fremdenverkehr voranbringen. In der Kaffee-Stube des unweit des Mössinger Bahnhofs gelegenen Netto-Discounters wird dann vielleicht sogar ein weiterer Stehtisch aufgestellt werden müssen.

Abenteuer unterwegs nach Ofterdingen (8)

Das entlastet die Stadt wenigstens während der Öffnungszeiten dieses Marktes von dem Erwartungsdruck jener Reisenden, die nur eine verhältnismäßig kurze Zeit in der Steinlach-Metropole verbringen wollen, sei es aus grundsätzlichen Überlegungen unmittelbar nach dem Aussteigen oder sei es auch nur, weil der im Fahrplan ausgewiesene Anschluss mit dem nächsten Bus nicht geklappt hat.

Alternativen bei solchen Unpässlichkeiten gibt es nicht. Man könnte im Mössinger Bahnhof die zeitliche Diskrepanz zwischen Fahrplan und Wirklichkeit, zumal bei schlechtem Wetter, nur in einem Wartesaal verbringen. Aber Mössingen hat keinen Wartesaal, sondern nur einen Wartessal. Als wir uns vor einigen Wochen hier darüber belustigten, sahen wir den Unterschied nur in der abweichenden Schreibweise. Das war ein Fehler, denn es steckt mehr dahinter. Wäre nämlich die orthografische Abweichung inzwischen korrigiert worden, hätte man sofort wieder die Erwartungen, die mit einem Wartesaal fast zwangsläufig verbunden sind. Das ist bei einem Wartessal anders, den kann man sogar noch länger als ein halbes Jahr geschlossen halten, und es vermisste ihn niemand.

Erwartungen sind ohnehin nur Empfindungen von verwöhnten Kunden. Sie verunmöglichen echte Freude. Als vor zwei Wochen, auf dem Schienenweg zwischen Tübingen und Mössingen, der Lokführer die Reisenden in der Hohenzollernbahn willkommen hieß, wies er sogleich darauf hin, dass man noch in der fahrplanmäßigen Zeit sei. Er hat tatsächlich „noch“ gesagt. Da habe ich mich echt gefreut.

(Fortsetzung folgt)

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05.08.2014, 12:00 Uhr

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