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"Gute und bittere Gründe"

Absage wegen geplantem Anschlag? Verantwortliche halten sich bedeckt

Es sollte ein "Symbol für Freiheit und Demokratie" werden, doch das Länderspiel gegen die Niederlande ist wegen einer "konkreten Gefährdungslage" abgesagt worden. Der Sport musste sich dem Terror beugen.

18.11.2015
  • SID

Hannover DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball zeigte "großen Respekt" vor der Entscheidung: "Der Schutz der Menschen muss höchste Priorität haben." Er erklärte aber auch, es sei "ein trauriger Tag für Deutschland und den deutschen Fußball". Sein Eindruck sei, dass der Fußball in Deutschland mit dem heutigen Tagen in vielen Facetten eine andere Wende bekommen hat.

Polizeipräsident Volker Kluwe war der einzige hochrangige Vertreter, der zu den Vorfällen konkrete Angaben machte, während etwa Bundesinnenminister Thomas de Maiziere während einer Pressekonferenz aus Sicherheitsgründen keine Details nannte. Kluwe erklärte im NDR, dass es "einen konkreten Hinweis" gegeben habe, "dass im Stadion ein Sprengstoffanschlag geplant gewesen ist. Wir nehmen den Hinweis sehr, sehr ernst, deshalb hat diese Maßnahme gegriffen, die uns nicht leicht gefallen war, aber konsequent war." Kluwe sprach von einer "konkreten Gefahrenlage" für ganz Hannover: "Was diejenigen, die etwas geplant haben im Stadion, ansonsten noch planen, ersatzweise, das wissen wir nicht. Deswegen versuchen wir, auch in der Stadt überall präsent zu sein." Das Stadion wurde evakuiert, von Verletzten war zunächst nichts bekannt. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius erklärte, es habe "keinerlei Platz für Fehlinformationen oder unterschiedliche Interpretationen" gegeben: "Eine Austragung des Spieles wäre nicht zu verantworten gewesen." Es sei aber kein Sprengstoff gefunden und niemand verhaftet worden, erklärte Pistorius. Gerüchte, es sei ein mit Sprengstoff beladener Rettungswagen am Stadion gefunden worden, wollte er nicht kommentieren.

Bundesinnenminister de Maiziere nannte auf der eilig einberufenen Pressekonferenz im niedersächsischen Innenministerium keine Details, "weil diese unsere Bevölkerung verunsichern und unser Handeln erschweren würden und nicht der nationalen Sicherheit dient". Er stellte aber klar: "Wir hatten gute und bittere Gründe".

Die Hinweise haben sich im Laufe des frühen Abends so verdichtet, dass die Sicherheitsbehörden des Bundes und ich nach Abwägung der Vor- und Nachteile aus Gründen des Schutzes der Bevölkerung dringend empfohlen haben, dieses Länderspiel abzusagen." Nach den Vorfällen von Paris galt für die Begegnung gegen den WM-Dritten aus den Niederlanden in Hannover die höchste Sicherheitsstufe. Unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und weitere hochrangige Politiker hatten ihr Kommen angekündigt. Manche von ihnen waren zum Zeitpunkt der Absage bereits im Stadion und wurden ebenfalls wieder herausgeführt. Merkel reiste umgehend zurück in Berlin. Die deutsche Mannschaft war noch auf der Fahrt in die Arena, etwa fünf Kilometer vor dem Ziel, bevor sie an einen sicheren Ort geleitet wurde.

Absage wegen geplantem Anschlag? Verantwortliche halten sich bedeckt
Leeres Stadion: Polizisten bewachen die geräumte HDI-Arena, die gestern eigentlich als Austragungsort für ein Zeichen wider den Terror vorgesehen war. Foto: dpa

Absage wegen geplantem Anschlag? Verantwortliche halten sich bedeckt
Ruhig und relativ geordnet verließen die Zuschauer das Stadion, von den Polizisten wurden sie mit deutlich formulierten Durchsagen über Megafone angewiesen. Foto: dpa

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18.11.2015, 12:00 Uhr

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