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Abschied
vom großen Service
Heute selten: Edles Geschirr für den großen Anlass. Foto: dpa
Porzellan

Abschied vom großen Service

Kunden kaufen Geschirr nicht mehr als Set, sondern lieber als Einzelteile. Das ist ein Problem für die Hersteller.

21.01.2017
  • DPA

Hohenberg. „Viele Menschen kochen gerne zuhause und zelebrieren das Essen“, sagt Wilhelm Siemen. Er leitet das staatliche Museum Porzellanikon im bayerischen Hohenberg an der Eger, in das viele Fans des Werkstoffs kommen. Wer ein qualitätsvolles Geschirr besitzt, decke zu Festen auf oder wenn für Gäste ein Vier-Gänge-Menü gekocht werde. „Man will zeigen, dass man ein kultivierter Mensch ist.“

Nur: Ein 100-teiliges Service kauft heute kaum mehr jemand. Dafür ist nicht unbedingt Platz, und: Eine Geschirr-Serie von einem bestimmten Hersteller zu kaufen, die einen durchs Leben begleitet, sei ein Auslaufmodell, sagt Thomas Grothkopp vom Handelsverband Koch- und Tischkultur (GPK). Heute werden Einzelteile gekauft, die sich aufstocken und individuell kombinieren lassen.

Gute Geschäfte der Großen

Wenn Kunden vier Tassen kaufen statt ein ganzes Set, dann schlägt sich das in den Büchern der Produzenten nieder. Hinzu kommt die Konkurrenz durch Importe zum Beispiel aus Asien, die es in Möbelhäusern billig gibt. Viele Firmen halten das nicht durch. „Den Herstellern ist es nicht gelungen, das veränderte Kaufverhalten komplett auszugleichen“, sagt Christoph René Holler vom Bundesverband Keramische Industrie (BVKI). „Das zeigt sich an den Insolvenzen.“

Von fast 850 Betrieben, die in Deutschland keramische Haushaltswaren oder Ziergegenstände herstellen, gaben in acht Jahren 190 auf. Die sechs Großen haben den Gesamtumsatz aber wachsen lassen. Dabei ist für Rosenthal, Villeroy und Boch, Seltmann Weiden, Kahla, die Manufaktur Meissen und BHS Tabletop das Exportgeschäft wichtig. „Die Firmen bieten für unterschiedliche Länder auch verschiedene Produkte an“, sagt Siemen.

Von Januar bis September 2016 war der Absatz der BVKI-Betriebe mit 114 Mio. EUR rückläufig, wie Holler sagt. Das letzte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft ist aber noch nicht verbucht. dpa

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21.01.2017, 06:00 Uhr

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