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Abstürze, Dellen und ein Reh
Verletzt wurden die Insassen des Sportflugzeugs beim Absturz vor einer Woche auf eine Wiese bei Steinheim am Albuch. Foto: dpa
Luftfahrt

Abstürze, Dellen und ein Reh

Das gute Flugwetter hat dieses Jahr zahlreiche Piloten kleiner Flugzeuge in die Luft gelockt. Immer wieder passieren Unglücke, die meisten gehen glimpflich aus.

25.10.2016
  • DPA

Hannover. 406 kleinere Flugzeuge sind seit 2014 in Unfälle verwickelt worden. Das meldet die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Damit ist seitdem jedes 50. Flugzeug verunglückt. Möglicherweise auch deshalb, weil es an erfahrenen Piloten mangelt.

Die Zahl meldepflichtiger Zwischenfälle mit Kleinfliegern (Cessna, Piper, Segelflieger und Co.) hat sich allein in Niedersachsen gegenüber der des Jahres 2014 mehr als verdoppelt. Und die kleinen Propeller- und Segelflugzeuge stellen immerhin fast 80 Prozent unter den in Deutschland zugelassenen 21 200 Luftfahrzeugen.

In Zahlen sieht selbst das Geschehen in Niedersachsen weniger dramatisch aus: Elf Unfälle mit Kleinfliegern gab es dort dieses Jahr bis Mitte September. 2014 waren es lediglich fünf. Insofern sieht die BFU keinen alarmierenden Trend, zumal das gute Flugwetter in diesem Jahr die Flugsaison befeuert hat.

Unfall ist nicht gleich Unfall. Mitgezählt werden Blechdellen nach Zusammenstößen am Boden, nach Kollisionen mit einem Zaunpfahl und ähnliches, auch die Kollision eines Kleinflugzeugs auf der Piste in Niedersachsen.

Zahlen des Jahres 2014: In Niedersachsen gab es 24 Zwischenfälle, in Bayern 70, in Nordrhein-Westfalen 58.

„Wir haben keine Anzeichen dafür, dass es bundesweit mehr Unfälle gibt“, sagt Wolfgang Müther, der Präsident des Deutschen Aero-Clubs. Er sagt aber auch: „Die Flugerfahrung ist ein problematischer Punkt: Die Erfahrung, wie man in kritischen Situationen handelt, fehlt vielen Piloten zunehmend; das lässt sich allgemein feststellen.“

Das Problem: Zeit- und Kostenfaktoren beschränken deren Fliegerei. Viele Privatpiloten haben nur eine Lizenz für Flüge nach Sichtflugregeln. Bei dichter Wolkendecke aber sind kaum Schönwetterflüge möglich.

Müther kritisiert zudem die neuen Reglementierungen. Freizeitpiloten und ihre Maschinen seien jetzt weitgehend denselben rigiden Prozessen unterzogen wie Berufspiloten und ihre Verkehrsjets. Und es gebe weniger Fluglehrer: „Viele Ältere haben sich an den Reglementierungen gestört und ihre Lizenz nicht mehr verlängert. Leider gibt es auch nicht so viele Interessierte, die diese Lücke füllen wollen.“ dpa

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25.10.2016, 06:00 Uhr

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