Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Absturz über dem Schwarzen Meer
Mitglieder des Armeechors bei einem Auftritt im Jahr 2015. Foto: afp
Russland

Absturz über dem Schwarzen Meer

Der Alexandrow-Armeechor sollte in Syrien auftreten. Kurz nach dem Start in Sotschi verunglückte die Tupolew Tu-154. Ein Anschlag gilt als unwahrscheinlich.

27.12.2016
  • DPA/AFP

Moskau. Einen Tag nach dem Absturz eines russischen Militärflugzeuges über dem Schwarzen Meer haben Taucher am Montag den Rumpf der Unglücksmaschine gefunden. Wie russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Ministerium für Katastrophenschutz meldeten, befand sich das Wrack der Tupolew Tu-154 in 27 Metern Tiefe. Die Ermittlungen zur Ursache des Absturzes, bei dem 92 Menschen starben, dauern an. Die ersten zehn geborgenen Todesopfer wurden zur Identifizierung nach Moskau geflogen, sagte Vize-Verteidigungsminister Pawel Popow.

Die Passagiermaschine des russischen Verteidigungsministeriums war am Sonntagmorgen kurz nach dem Start in Sotschi verunglückt. Sie sollte Sänger des Alexandrow-Armeechors zu einem Konzert nach Syrien bringen. Auch der Leiter des Ensembles, Generalleutnant Waleri Chilalow, kam ums Leben. Außer den Musikern waren acht Mann Besatzung, neun Journalisten, dazu Militärs und Beamte an Bord.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB bemühte sich, wachsende Spekulationen über einen Terroranschlag zu dämpfen. Mögliche Ursachen seien Vogelschlag, schlechtes Kerosin, technisches Versagen oder ein Pilotenfehler. Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Version eines Anschlags werde nicht vertieft. Sie stehe „bei weitem nicht an erster Stelle“.

Auf dem Meer suchten mehr als 40 Schiffe, fünf Hubschrauber und 3500 Mann nach Opfern und Wrackteilen. Am Sitz des Chores in Moskau legten Trauernde Blumen nieder. Auf der Uferpromenade des südrussischen Ferienortes Sotschi brannten Kerzen für die Opfer.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew sprach von einer „fürchterlichen Katastrophe“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach Präsident Wladimir Putin ihr Mitgefühl aus. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zeigte sich tief betroffen über den Absturz: „An diesem heiligen Tag sind meine Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und Lieben.“ Syriens Präsident Baschar al-Assad sprach Putin sein Beileid aus. Der Absturz des Flugzeugs, das „gute Freunde“ an Bord hatte, habe große Trauer hervorgerufen, schrieb Assad nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Anfang Mai hatte das russische Militär den Stardirigenten Waleri Gergijew und sein Orchester zu einem Konzert in die syrische Wüstenstadt Palmyra geflogen. Russland kämpft seit Herbst 2015 im Syrien-Krieg aufseiten des Präsidenten. dpa/afp

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

27.12.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball