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Sokolov bleibt Tübingen treu

Abwechslungsreiches Winterprogramm der Festsaalkonzerte

Hochklassisches und Hochklassiges verspricht das Winterkonzertprogramm, das wiederum vom Kulturreferat im Auftrag von Stadt, Uni und Museumsgesellschaft zusammengestellt wurde.

17.08.2012
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. Vor 61 Jahren als AStA-Kulturreferat von Helmut Calgéer gegründet, arbeitet es seit 1959 mit der Museumsgesellschaft zusammen und wurde 1978 mit der Auflösung des Allgemeinen Studentenausschusses der Uni angegliedert. In Tübingen füllt das von Gudni Emilsson geführteKulturreferat die Aufgabe aus, die andernsorts teure Konzertagenturen übernehmen: Es bietet dem Publikum ein gediegenes klassisches Konzertprogramm, gelegentlich angereichert mit Prominenz. Und das in Tübingens guter Musikstube, im Festsaal in der Neuen Aula.

Wer mag, kann auf der Homepage des Kulturreferats das Who is who der Musikergrößen nachlesen, die Tübingen bereits beehrt habe: Von Martha Argerich über Arturo Benetti Michelangei und Alfred Brendel bis hin zu Gidon Kremer, Mischa Maisky, Anne Sophie Mutter und Svjatoslav Richter. Mstislav Rostropowitsch fehlt merkwürdigerweise auf der Promi-Liste, obwohl er ganz gewiss da gewesen ist. Und neuere Stars wie Sol Gabetta haben noch keine gnädige Aufnahme in die Liste gefunden. Was vermuten lässt, dass sie derzeit nicht auf dem allerneuesten Stand ist.

Deshalb ist das folgende Ranking auch ohne Gewähr. Am häufigsten war demnach der Klaviertitan Grigory Sokolov auf der Festsaalbühne, nämlich mindestens zehn Mal, und mit seinem neuerlichen Tübinger Aiftritt dürfte er auch alleinige Spitzenreiter werden. Das legendäre Beaux Art Trio, ebenfalls mit zehn Konzerten seit 1951 aufgeführt, ist ebensowenig noch aktiv wie das Melos-Quartett, das neun Mal hier gewesen ist. Neun Mal gastierte bislang auch das Prager Kammerorchester, das noch Plätze gut machen könnte.

Peter Schreier, ebenfalls in Rente, war acht Mal und Andrei Gavrilov sieben Mal in Tübingen, wie auch Bruno Leonardo Gelber oder der im Februar verstorbene Maurice André. Das ist aber noch gar nicht gegen die Niebelungentreue mancher Orchester: das Stuttgarter Radiosinfonieorchester des SWR war schon 30 Mal, das SWF-Orchester Baden-Baden 29 Mal da,

Doch genug der Rückschau. Der Blick geht nach vorn, auf die Termine von Oktober bis März.

Zu Beginn spielt am 26. Oktober im Semestereröffnungskonzert das Prager Radiosinfonieorchester unter der Leitung von Daniel Raiskin Carl Maria von Webers „Oberon“-Ouvertüre“, Johannes Brahms’ Violonkonzert D-Dur op.77 (Solist: Benjamin Schmid) und Antonin Dvoraks Sinfonie Nr.8 G-Dur op.88.

Dvoraks Siebte Sinfonie d-moll op.70 hat dann am 6. November die Staatsphilharmonie Litauen auf den Notenpulten, dazu noch vorneweg Edvard Griegs Peer-Gynt Suite Nr.1 op.46 und wiederum von Brahms das Klavierkonzert Nr.1 d-moll op.15. Solist ist Henri Sigfridsson, es dirigiert Gintaras Rinkevicius.

Dann winkt am 15. November ein neuerliches Konzerthighlight mit dem luziden Klangästheten Grigory Sokolov. Wie bei diesem Ausnahmepianisten inzwischen üblich, wird das Programm kurzfristig bekannt gegeben.

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Am Nikolausabend veranstaltet das – ausnahmsweise mal nicht von Emilsson geleitete – Tübinger Kammerorchester das Weihnachtskonzert mit Werken von von Vivaldi, Bach, Torelli und Corelli. Solist(inn)en sind Giuseppe Nova, Flöte, und Julia Galic, Violine, die solistische Trompete ist noch nicht gefunden. Es dirigiert am 6. Dezember: Alkis Baltas.

Auf Weihnachten folgt zwangsläufig Neujahr und somit einen Tag nach Dreikönig das Neujahrskonzert. Am 7. Januar spielt das Sinfonieorchester des Nationaltheaters Prag unter der Stabführung von Gudni A. Emilsson Rossinis Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla”, Mozarts Klavierkonzert Nr.23 A-Dur KV 488 (Solistin Hyejin Kim), Sarasates Zigeunerweisen op.20 und Saint-Saëns’ Introduction et Rondo capriccioso op.28 (Solist Jiri Vodicka) sowie vom allgegenwärtigen Dvorak dessen Böhmische Suite D-Dur op.39.

Am 22. Januar gastieren die kasachische Geigerin Aiman Mussakhajayeva und der Pianist Bruno Canino, die Vitalis Chaconne g-moll, Brahms‘ Sonate Nr.3 d-moll op.108 und Bizets beziehungsweise Waxmans „Carmen Fantasie“ auf dem Programmzettel haben.

Am 8. Februar folgt das Prager Apollon Quartett, erweiter um Giampiero Sobrino, Klarinette. Aufgeführt werden Xaver Richters Streichquartett C-Dur op.5, Mozarts Klarinettenquintett A-Dur KV 581 und Janacek schönes Streichquartett Nr.2, „Intime Briefe“.

Die Geigerin Midori wird in Tübingen am 26. Februar von Özgür Aydin am Klavier begleitet. Es erklingen Werke von Bach, Beethoven und Brahms.

Den sinfonischen Dvorak-Spätzyklus beschließt am 5. März die Slowakische Staatsphilharmonie mit Dvoraks Neunter, der Sinfonie e-moll op.95 „Aus der neuen Welt“. Die Leitung hat Zbynek Müller. Abgerundet wird der Abend mit Mendelssohns „Hebriden“-Ouvertüre und Beethovens Fünftem Klavierkonzert Es-Dur op.73 – Solist ist Benyamin Nuss.

Das letzte Konzert der Wintersaison bringt am 12. März ein Widersehen mit dem Pianisten Arcadi Volodos, der Schuberts Sonate D 279, Brahms‘ Klavierstücke op.117 sowie von Schumann die „Kinderszenen“ und eine Fantasie spielen wird.

Abwechslungsreiches Winterprogramm der Festsaalkonzerte
Grenzüberschreiter: Benyamin Nuss ist der Sohn eines Jazzposaunisten, klassisch ausgebildet und jemand, der auf seinem Debütalbum für die Deutsche Grammophon Klavierarrangements vorstellt, die von einem der führenden Komponisten für Musik in Computerspielen namens Uematsu stammen.

Abwechslungsreiches Winterprogramm der Festsaalkonzerte
Solistin beim Neujahrskonzert: Hyejin Kim.

Es gibt für die Konzerte vier Abonnementskategorien zwischen 215 und 319 Euro. Tickets im Vorverkauf unter anderem im TAGBLATT-Eck. Die Karten kosten zwischen acht und 51 Euro, es gibt diverse Ermäßigungstarife und Last-Minute-Karten für Schüler und Studierende. Außerdem gibt es das Schulprojekt „Klassik ist Klasse“, das den Konzertbesuch im Klassenverband ermöglicht: So soll Begeisterung für Musik und für Unterrichtsstoffe geweckt und Wissen aktiv vermittelt werden. Eine Kooperation des Jugendförderers Kreisparkasse Tübingen, der Universität und der Museumsgesellschaft. Bei der Auswahl aus den zehn Konzerten zahlen Schüler vier Euro fürs Konzert: Telefonisches Info und Anmeldung 07071 2974659.

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17.08.2012, 12:00 Uhr

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