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Rottenburger Konzerte 2013

Acht Mal Klassik, ein Mal Jazz, ein Mal Neue Musik

Spitzenmusiker zu moderaten Preisen präsentiert der Rottenburger Kulturverein Zehntscheuer auch nächstes Jahr wieder in seiner Konzertreihe 2013. Das Eröffnungs-Highlight ist ein Auftritt des berühmten Juilliard String Quartet am 25. Januar.

15.11.2012
  • Ulrich Eisele

Rottenburg. Von der Anfangsbesetzung das Jahres 1947 ist heute niemand mehr dabei. Doch von Beginn an gehörte und gehört das New Yorker Juilliard String Quartet noch zu den führenden Streichquartetten der Welt. Mit über hundert Veröffentlichungen ist es eines der Ensembles mit den meisten Platten, CDs und Aufzeichnungen. Es wurde mit zahlreichen Grammys ausgezeichnet, 2011 sogar als erstes klassisches Musikensemble fürs Gesamtwerk.

Heute bilden Ronald Copes (Violine), Joel Krosnick (Cello), Joseph Lin (Violine) und Samuel Rhodes (Viola) das Juilliard String Quartet. Sie werden in Rottenburg Johann Sebastian Bachs Contrapuncti I bis IV aus der „Kunst der Fuge“, Ludwig van Beethovens Streichquartett Nr. 15 in a-Moll und das selten zu hörende Streichquartett Nr. 5 des kürzlich verstorbenen amerikanischen Komponisten Elliott Carter aufführen.

Zwei Mal Streichquartett, ein Quintett, zwei Trios, ein Duo und drei Solisten – so könnte man das Programm der „Rottenburger Konzerte 2013“ auch umreißen. Oder acht Mal Klassik, ein Mal Jazz und ein „Tag für neue Musik“. Wobei im klassischen Repertoire immer auch interessante Neutöner vertreten sind – vom bereits erwähnten Elliott Carter über den 1942 im KZ gestorbenen tschechischen Komponisten Erwin Schulhoff, den zunehmend auch vom Konzertpublikum akzeptierten Polen Krzysztof Penderecki bis hin zu jungen, wenig bekannten Tonsetzern wie Jörg Widmann oder Fazil Say. Doch der (chronologischen) Reihe nach:

„Magische Momente – verborgene Räume“ verspricht der 27. Tag für Neue Musik am Samstag, 23. Februar, den der Kulturverein mit dem SWR Baden-Baden veranstaltet. Zwei Konzerte – eins nachmittags, eins abends –, eine Ausstellungseröffnung und ein gemeinsames Essen mit Tafelmusik bilden das Programm. Im Mittelpunkt stehen der Stuttgarter Komponist Helmut Lachenmann, der mit Yukiko Sugawara und Yuko Kakuta eigene Werke spielt, sowie sein Freund, der verstorbene Maler, Zeichner und Druckgrafiker Karl Bormann. Abonnenten der Konzertreihe haben freien Zutritt zu den Konzerten.

Einen Ausflug in den Jazz unternimmt der Kulturverein am Sonntag, 24. März, mit einer Jazz-Matinee, die vom Andy Herrmann Trio gestaltet wird. Dessen Musik bewegt sich im Spannungsfeld von aktuellem Jazz und klassischen Kompositionstechniken. Herrmann war auch schon als Pianist des Jürgen Hagenlocher Quintetts beim diesjährigen Jazz Open Air auf dem Marktplatz zu hören.

Ein ganz interessantes, junges Ensemble kommt am 7. April in die Rottenburger Zehntscheuer. Das Signum Quartett hat sich in der internationalen Szene vor allem durch die Zusammenarbeit mit dem Alban Berg-, Artemis- und Melos-Quartett, mit György Kurtág, Walter Levin, Alfred Brendel, Leon Fleisher und Jörg Widmann profiliert. Von ihm werden fünf Stücke des jüdischen Komponisten Erwin Schulhoff, ein Satz von Anton Webern, das Streichquartett Nr. 3 von Jörg Widmann sowie das Nr. 1 in c-Moll von Johannes Brahms zu hören sein.

Ebenfalls schon in Rottenburg zu hören – aber als Begleiter der Geigerin Midori Goto – war der türkische Pianist Özgür Aydin, eines der vielversprechendsten Talente seines Landes. Am Sonntag, 2. Juni, spielt er solo Stücke von Claude Debussy, György Kurtág, seinem Landsmann Fazil Say und Sergej Rachmaninow.

Eine hervorragende Pianistin ist auch die Georgierin Catherine Gordeladze, Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe, unter anderem des 6. Internationalen Chopin-Wettbewerbs in Darmstadt. Sie spielt am 29. September im Rahmen einer Matinee Werke von Domenico Scarlatti, Nikolai Kapustin, Frédéric Chopin und Maurice Ravel. Und am 27. Oktober kommt mit Florian Uhlig ein junger Kollege aus Düsseldorf, der schon in den meisten großen Konzertsälen der Welt gespielt hat. Von ihm werden Stücke von Maurice Ravel, Robert Schumann und Jörg Widmann zu hören sein.

Ein echtes Highlight erwartet die Zuhörer der Reihe im November, wenn mit Jan Vogler und Mira Wang zwei internationale Größen des Cello- und Violinspiels konzertieren. Der Künstlerische Leiter der Dresdener Musikfestspiele und die ebenfalls häufig dort auftretende Stargeigerin bieten ein apartes Programm, das von Bachs „Kunst der Fuge“ über Witold Lutoslawski und Krzysztof Penderecki zu Ravel und wieder zurück zu Händel führt.

Und dann weihnachtet es auch schon wieder schwer. Den Advent läutet am 1. Dezember das Streichquintett der Württembergischen Streicher Solisten ein; das Auswahl-Ensemble verschiedener württembergischer Orchester wird Wolfgang Amadeus Mozarts Adagio aus dem Klarinettenkonzert, sein Requiem in d-Moll und zwei Stücke von Olivier Messiaen darbieten.

Weniger weihnachtlich wird vermutlich das letzte Konzert 2013 am 15. Dezember mit dem Enderle Trio. Die Züricher Musiker-Familie – Vater, Mutter, Tochter – spielen Stücke von Beethoven, von Penderecki und Ernst von Dohnányi. Mutter und Vater Enderle sind Mitglieder des beliebten Carmina Quartetts, die Tochter studiert noch in Mainz.

Acht Mal Klassik, ein Mal Jazz, ein Mal Neue Musik
The Juilliard String Quartet (v.l.n.r.): Ronald Copes, Joel Krosnick, Joseph Lin, Samuel Rhodes.Bild: Sherman

Acht Mal Klassik, ein Mal Jazz, ein Mal Neue Musik
Andy Herrmann Trio Bild: Herrmann

Alle Konzerte finden in der Rottenburger Zehntscheuer statt. Die Konzerte sind in der Regel am Sonntagabend, bis auf die Matineen und das Juilliard String Quartet, das am Freitag auftritt. Der „Tag für neue Musik“ ist am Samstag. Einzelkarten zu den Konzerten kosten im Vorverkauf 22 Euro für Erwachsene und 16 Euro für Studenten und Vereinsmitglieder. Im Abonnement zahlen Erwachsene 155 Euro für alle sieben Konzerte, die beiden Matineen und den „Tag für neue Musik“. Für Schüler und Studenten kostet das Abo 85, für Vereinsmitglieder 105 Euro. Kartenvorbestellung und Verkauf ab Anfang Dezember bei der WTG, Telefon 0 74 72 / 91 62 36, Abos über das Kulturamt der Stadt Rottenburg, 0 74 72/ 165-214.

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15.11.2012, 12:00 Uhr

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