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Adaption

Schräg satirisches Loser-Porträt aus Hollywoods Edel-Ecke.

Schräg satirisches Loser-Porträt aus Hollywoods Edel-Ecke.

ADAPTATION
USA

Regie: Spike Jonze
Mit: Nicolas Cage,Meryl Streep,Chris Cooper

- ab 12 Jahren

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24.11.2015
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Verglichen mit Jack Nicolson in About Schmidt steht Charlie Kaufman (Nicolas Cage) erst Mal gut im Saft. Vor Kurzem hat er einen Oscar für sein Drehbuch zu „Being John Malkovich“ gekriegt. Nun bietet ihm eine Produzentin die Adaption des Bestsellers „Orchid Thief“ an. Doch Kaufman hat Prinzipien: Auf keinen Fall will er sich den starren Regeln des Hollywood-Systems unterwerfen. Andererseits hat er keine Ahnung, wie er aus der faden Vorlage über die Leidenschaft für Blumen ein künstlerisch wertvolles Kinostück fabrizieren soll.

Auch privat läuft es nicht gut für Charlie. Bei Dates mit Frauen bricht ihm jedes Mal der Angstschweiß aus. Er findet sich fett und hässlich. Und dann ist da noch sein Zwillingsbruder, ein talentloser Hallodri, der mit einem hingegurkten Skript über einen Serienkiller ganz groß rauskommt, inklusive sexueller Synergien. Gründe genug, dass Charlie von Panik-Attacken in immer dichterer Folge heimgesucht wird.

Wir merken: Im Gegensatz zum Schmidt-Film ist „Adaption“ eine lupenreine Komödie. Noch dazu eine mit dem gewissen Kniff. Denn dieser Charlie Kaufman ist nicht nur die Ausgeburt eines Drehbuchs, sondern zugleich der wirkliche Drehbuchautor, der seine Schreibkrise angesichts eines unverfilmbaren Romans schreibend reflektiert. Schon bald sind die anfangs noch säuberlich getrennten Realitätsebenen kaum noch zu unterscheiden.

Klingt vertrackt? Der Film (Regie: Spike Jonze) ist das Gegenteil davon. Weder eitle Nabelschau noch kopflastiges Meta-Kino, sondern eine hinreißende Satire, die in sanftem Tonfall, aber mit gnadenlosen Pointen das Kino und seine Macher auf die Schippe nimmt. Und dank eines Nicolas Cage in selten erlebter Topform eines der besten Loser-Porträts der Filmgeschichte abliefert.

Am Ende haben Jonze und Kaufman ihr Labyrinth jedoch so perfekt gebaut, dass sie selber nicht mehr herausfinden — vielmehr nur noch durch eine mit roher Gewalt geschlagene Schneise. Den Spaß an diesem Aberwitz mindert das aber nur unbeträchtlich.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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