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Ägypten im Ausnahmezustand
Ägyptische Soldaten mit einem Radpanzer bewachen eine Kirche in Kairo. Foto: dpa
Terror

Ägypten im Ausnahmezustand

Die Regierung reagiert auf die schweren Bombenanschläge der IS-Miliz vom Wochenende. Die koptische Gemeinde in Alexandria gedenkt der Toten.

11.04.2017
  • DPA

Kairo. Nach den verheerenden Bombenanschlägen auf Christen in Ägypten ist am Nil ein dreimonatiger Ausnahmezustand in Kraft getreten. Auf den Straßen der Hauptstadt Kairo bezogen Panzer Stellung. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte den Ausnahmezustand am Sonntagabend angekündigt. Zuvor waren bei den schwersten Terrorangriffen auf die christliche Minderheit in Ägypten seit Jahren mehr als 40 Menschen getötet und 110 verletzt worden. Die Terrormiliz IS reklamierte die Bombenexplosionen in zwei Kirchen in den Städten Tanta und Alexandria im Norden des Landes für sich.

Die koptische Gemeinde in der Hafenstadt Alexandria gedachte der Opfer am Montag in einer Trauerfeier. Zahlreiche Särge wurden an Trauernden und Weinenden vorbei in eine Kirche getragen. Ein Selbstmordattentäter hatte am Sonntag außerhalb der St. Markus-Kathedrale in Alexandria 17 Menschen mit in den Tod gerissen und 48 verletzt.

Die IS-Dschihadisten wollen Ägypten ins Chaos stürzen oder zumindest ins Taumeln bringen. Neben ihrem generellen Hass auf Christen, die sie „Kreuzfahrer“ nennen, sehen sie in ägyptischen Kopten wichtige Unterstützer des Präsidenten Al-Sisi, der sich als Beschützer der Minderheiten inszeniert. Diese Zustimmung bröckelt nach der Gewalt nun. Zudem könnten durch die Anschläge die religiösen Spannungen, die in Ägypten vor allem auf dem Land existieren, weiter angeheizt werden.

Rund zwei Wochen vor dem geplanten Besuch von Papst Franziskus in Kairo löst der Doppelanschlag auch Sicherheitsbedenken im Vatikan aus. Der Papst werde aber trotzdem wie geplant am 28. und 29. April fahren, sagte Kurienerzbischof Giovanni Angelo Becciu, Leiter für Allgemeine Angelegenheiten im Staatssekretariat.

In den vergangenen Jahren war wiederholt der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Dies war verbunden mit der Möglichkeit von Festnahmen ohne Haftbefehl und Hausdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung sowie nächtlichen Ausgangssperren. Allerdings haben die Sicherheitskräfte auch gegenwärtig schon freie Hand bei ihrer Arbeit. dpa

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11.04.2017, 06:00 Uhr

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