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Äußerst unverbindlich

Kommentar zur Strategie gegen Lebensmittelverschwendung

Das große Ziel ist klar: In elf Jahren soll die Masse der weggeworfenen Lebensmittel in Deutschland halbiert werden.

21.02.2019

Von Mathias Puddig

Ulm. Das verlangen die Vereinten Nationen, das wollen die Kanzlerin und alle ihre Minister, und dahinter stellen sich sogar alle Fraktionen im Bundestag. Ist ja auch logisch: Lebensmittelverschwendung ist nicht nur eine Frage von Moral und Wertschätzung. Die Reduktion weggeworfener Nahrungsmittel hilft auch, die Klimaziele zu erreichen. Immerhin sorgen Lebensmittelabfälle für vier Prozent des deutschen Ausstoßes an Treibhausgasen. Und trotzdem bleiben Essensministerin Julia Klöckner und ihr Ministerium mit ihrer Strategie so unverbindlich wie möglich. Sie wollen kein Gesetz verändern, der Wirtschaft keine neuen Pflichten auferlegen, nicht einmal das sogenannte Containern soll legalisiert werden.

Bislang haben die Agrarpolitiker dabei sogar die Zahlen auf ihrer Seite. Schließlich ist die Lebensmittelverschwendung bereits in den letzten Jahren signifikant reduziert worden. Noch vor vier Jahren warf jeder Deutsche 81 Kilogramm Lebensmittel im Jahr in den Müll, jetzt sind es noch 55 Kilo. Ein Teil der bisherigen Reduktion ist tatsächlich erreicht worden, weil die Menschen in Deutschland achtsamer geworden sind. Läden für unverpackte Produkte sind im Trend, auch die Regierungsinitiative „Zu gut für die Tonne“ trägt ihre Früchte. Das Ministerium selbst hat ja vor Kurzem erst ermittelt, dass es ein Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln gibt. Die entscheidende Frage ist aber: Setzt sich dieser Trend fort? Wie groß ist das Potenzial, die Leute immer weiter zu sensibilisieren? Gut möglich, dass der Weg der Freiwilligkeit schon bald sein Ende findet.

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Erstellt:
21. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2019, 06:00 Uhr

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