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Agata und der Sturm

Zwei Mal unmittelbar hintereinander anschauen und nach einer Woche noch ein Mal.

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AGATA E LA TEMPESTA
Italien

Regie: Silvio Soldini
Mit: Licia Maglietta,Giuseppe Battiston,Emilio Solfrizzi

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
  • Tom Ziegner

Stürmisch wirbeln Liebes- und Verwandtschaftsverhältnisse durcheinander. Regisseur Silvio Soldini hat Team und Darsteller seines Überraschungserfolgs „Brot und Tulpen“ erneut versammelt und ein virtuoses, zwischen Seifenoper, gesellschaftskritischer Operette und Woody-Allen-Tragikomödie changierendes Meisterwerk geschaffen.

Unter libidinösem Starkstrom steht die knapp vierzigjährige Buchhändlerin Agata (Licia Maglietta). Ihre Tochter ist gerade aus dem Haus; halb verwundert stellt sie fest, dass ihr nichts fehlt. Den über zehn Jahre jüngeren Liebhaber Nico ermutigt sie (jedenfalls verbal) nicht, erhört ihn aber, als der endlich aufhört, von Büchern zu schwätzen und sie küsst. Amore, die Liebe also ist ein Thema, ferner, sehr italienisch, die Familie und das dubiose Wirtschaftswunder unterm Regime des mehrfach nur knapp der Einknastung entronnenen Medienmoguls Silvio Berlusconi.

Magischen Realismus hat Soldini aufgeboten. Zu zaghaft anfangs streckt die starke Agata ihren Kopf aus ihrem „Nest aus Büchern“. Daher entlädt sich zuweilen ihre Energie unkontrolliert – Glühbirnen platzen reihenweise. Oft braucht‘s einen Elektriker, der durch seine Woody-Allen-Hornbrille ratlos guckt. Die übliche Familienroman-Richtung verläuft umgekehrt: Agatas vermeintlicher Bruder Gustavo ist nicht der Sohn des Stararchitekten, sondern eines vergnügt gescheiterten Artisten. Fast alle Figuren besitzen, so wird Fitzgerald mitten im Film zitiert, eine „hochgradige Empfindlichkeit für die Verheißungen des Lebens“. Wer eine gewisse Leichtigkeit des Seins nicht verträgt, dem sei Lektüre empfohlen. Gustavos neue Geliebte heißt, wie der tiefsinnige Existenzialist: Kierkegaard

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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