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VW im Abgas-Desaster

Aktie stürzt erneut ab - Von neuem Skandal auch 98 000 Benziner betroffen

Der VW-Konzern stürzt immer tiefer in die Krise, nachdem er auch Pfusch bei CO2-Werten einräumen musste. Die Bundesregierung verlangt Aufklärung.

05.11.2015
  • DPA/AFP

Wolfsburg/Berlin Mit einem dramatischen Kursverfall hat die Volkswagen-Aktie am Mittwoch auf die neue Dimension im Abgas-Skandal reagiert. Das Papier sackte an der Frankfurter Börse zeitweise um mehr als 10 Prozent ab. Am Abend lag das Minus bei 9,5 Prozent.

VW hatte am Dienstagabend mitgeteilt, auch bei Werten zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) gebe es "Unregelmäßigkeiten". Damit könnte der tatsächliche Spritverbrauch von Hunderttausenden Autos höher liegen, als deren Besitzer annahmen. Bislang ging es in dem Skandal um Manipulationen bei Stickoxid-Werten über eine Software.

Die Bundesregierung forderte von VW eine umfassende und gründliche Aufklärung der Vorgänge. "Man muss erwarten, dass Aussagen, die Verbrauchern gemacht werden, auch eingehalten werden", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die wegen des Stickoxid-Skandals eingesetzte Untersuchungskommission des Bundesverkehrsministeriums nahm Kontakt zu VW auf.

Die falschen CO2-Angaben bei Volkswagen betreffen auch 98 000 Benzinfahrzeuge. Das sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im Bundestag. VW hatte erklärt, dass insgesamt rund 800 000 Fahrzeuge des Konzerns betroffen sein könnten. Die neuen Fälle beträfen hauptsächlich Dieselautos, aber auch eine "geringe Anzahl" von Benzinern, hatte es geheißen.

Laut Dobrindt dürfen die Falschangaben keine Steuernachteile für Kunden haben. Er sehe "VW in der Pflicht", damit keine Mehrkosten auf betroffene VW-Fahrer zukämen. Vom CO2-Ausstoß hängt bei Pkw mit Erstzulassung ab 1. Juli 2009 auch die Höhe der Kfz-Steuer ab.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) kündigte an, die Hintergründe des neuen Skandals zu prüfen. Dabei soll es auch um die Frage gehen, warum dem KBA die höheren Werte nicht aufgefallen sind. Die Kohlendioxid-Messungen werden laut KBA von externen Dienstleistern wie Dekra, Tüv und ADAC vorgenommen.

Unterdessen musste VW in den USA, wo das Unternehmen wegen der Manipulationen bei Diesel-Autos besonders unter Druck steht, 91 800 Fahrzeuge wegen eines Defekts an der Nockenwelle in die Werkstätten zurückrufen. Der Defekt könne zu einer Schwächung der Bremsen führen.

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05.11.2015, 12:00 Uhr

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