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Ein Schloss zu Weihnachten

Aktion Wunschbaum erfüllt die Träume von 360 Kindern

Bald ist Weihnachten – und an Weihnachten werden Wünsche wahr. Doch nicht alle Familien können sich das heiß ersehnte Fahrrad oder den Gameboy leisten, die die Sprösslinge so gerne hätten. Die Aktion Wunschbaum hilft diesen Familien auch in diesem Jahr wieder.

08.11.2012
  • sabine lohr

Tübingen. Es ist ein kleines und mageres Bäumchen, das seit gestern vor dem Sozialamt Bei der Fruchtschranne steht. Doch das dünne Nadelgehölz, das mit Lametta und kleinen Anhängern geschmückt ist, trägt in Wahrheit viel mehr. Fast 1000 Familien haben die Mitglieder des Vereins Aktion Wunschbaum und des Jugendgemeinderats angeschrieben und sie darum gebeten, ihnen die Wünsche ihrer Kinder mitzuteilen. Es sind alles Familien, die die Kreisbonuscard haben. Weil diese Karte nur Einwohner mit wenig Einkommen erhalten, ist es genau die Zielgruppe die die Aktion Wunschbaum erreichen will.

360 Familien haben geantwortet. „Ein Schloss“ wünscht sich da etwa ein fünfjähriges Mädchen, viele Jungen wollen gern ein Fahrrad oder ein Nintendo-DS-Spiel. Bücher, Gutscheine für bestimmte Geschäfte, Klamotten, Puppen (zum Beispiel eine Braut-Barbie, die, „wenn das Geld reicht“, auch einen Bräutigam-Ken an die Seite gestellt haben darf), Lego und Playmobil oder auch Laptops und Handys stehen ganz oben auf der Hitliste der Wünsche.

Warmes Mittagessen als Kinderwunsch

„Manche wollen auch warme Handschuhe“, sagt Melanie Naumann vom Jugendgemeinderat und meint dazu: „Das ist ja nicht unbedingt etwas, was ein Kind sich wirklich wünscht.“ Amely Krafft vom Verein Aktion Wunschbaum und SPD-Stadträtin, erinnert sich an den Wunsch einer Familie die für ihr Kind nicht mehr wollte, als einen Monat lang ein warmes Mittagessen im Kindergarten. „Das sollte es in Tübingen nicht geben“, sagt sie.

Auf die Armut von Kindern aufmerksam machen wollen Verein und Jugendgemeinderat mit ihrer Aktion. „Das funktioniert tatsächlich“, sagt Jugendgemeinderat David Kaupp. Weil die Aktion gleichzeitig diesen Kindern Herzenswünsche erfüllt, wurde sie schon zwei Mal mit einem Preis bedacht: Im September bekamen die engagierten Jugendlichen sowohl vom Bündnis für Demokratie und Toleranz 2000 Euro als auch den Jugend-hilft-Preis der Kinderhilfsorganisation „Children for a better World“.

Am Nikolaustag, Donnerstag, 6. Dezember, werden die Fahrräder und Barbiepuppen, die Gutscheine und Handschuhe an die Kinder überreicht. Darauf freut sich Amely Krafft ganz besonders: „Es ist einfach toll, wenn ein Kind mit einem ganz ernsten Gesicht kommt und dann, wenn es sein Geschenk bekommt, so strahlt.“

Damit auch wirklich keins der Kinder leer ausgeht, werden die Gaben, die bis 20. November von den Schenkenden nicht abgeliefert werden, vom Verein selbst erfüllt. Der Verein wurde sogar eigens dafür gegründet: „So haben wir Spendengelder, die wir für die Wünsche ausgeben können“, sagt Krafft.

Doch auch damit lässt sich nicht alles realisieren, was die Kinder wollen. „Ein sechs- und ein siebenjähriger Junge haben sich mal eine Reise nach Italien gewünscht – das ging einfach nicht“, sagt Amely Krafft. Und auch die ersehnte Katze war kein erfüllbarer Wunsch: „Das wurde dann eine Stoffkatze.“

Damit muss auch ein zwölfjähriger Junge rechnen, der sich einen Hundewelpen wünscht, „der nicht groß wird“.

Aktion Wunschbaum erfüllt die Träume von 360 Kindern
Der Wunschbaum ist geschmückt, die Schenker können kommen. Den Baum bestückten gestern (von unten links) Thomas Karrer vom Sozialamt, Amely Krafft, Steffen Müller, Marlene Naumann, Stefan Holzinger von der städtischen Abteilung Jugend, Anna Bohley und Clara Blume. Bild: Metz

Alle Wünsche sind auf der Homepage www.aktion-wunschbaum.de zu finden. Wer einen Wunsch erfüllen möchte, klickt einfach auf das entsprechende Feld und verspricht damit, das Geschenk zu besorgen. Wer keinen Internet-Zugang hat, kann sich auch telefonisch als Schenker melden. Dazu steht die Telefonnummer 01 73 / 1 34 25 31 zur Verfügung.
Die Geschenke sollen den Neuwert von 30 Euro nicht übersteigen. Teurere Geschenke wie etwa Fahrräder sollten deshalb gebraucht, aber in gutem Zustand sein. Thomas Karrer nimmt im Sozialamt die Geschenke an. Auch Geldspenden sind willkommen. Sie können auf das Konto 2 26 22 24 bei der Kreissparkasse Tübingen, BLZ 641 500 20 an „Wunschbaum Tübingen“ überwiesen werden.

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08.11.2012, 12:00 Uhr

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