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Alternativen aufzeigen: Der Protest fing ganz klein an

Aktivisten gegen Stuttgart 21 berichteten im franz. K

Der Widerstand gegenStuttgart 21 kommt nach Reutlingen: ProjektgegnerHannes Rockenbauch sprach am Mittwochabend im franz. K. Rund 160 Besucher kamen, um den Stuttgarter Stadtrat zu hören.

15.10.2010
  • Annett Winkle

Reutlingen. „Stuttgart 21: Das Milliardengrab, die Demokratie und der Widerstand“ lautete der Titel der Veranstaltung. Hauptredner war Hannes Rockenbauch, Fraktionsvorsitzender von SÖS (Stuttgart, Ökologisch, Sozial) und der Linken im Stuttgarter Gemeinderat. Der Aktivist setzt sich bereits seit Jahren gegen das Bauprojekt Stuttgart 21 ein.

Doch zunächst stand Alexander Schlager, Mitglied der Rosa Luxemburg-Stiftung Baden Württemberg, im Mittelpunkt. Schlager gehört zu den Demonstranten, die am 30. September bei dem umstrittenen Polizeieinsatz verletzt wurden. Er bestätigte, dass der Protest an diesem Tag friedlich verlaufen sei, die Polizisten hätten „bewusst eskalierend“ gehandelt. Ein Wasserwerfer habe ihn „mit voller Wucht“ so stark im Gesicht getroffen, dass anschließende eine Operation nötig war.

Rockenbauch erntete seinen ersten Applaus mit den Worten: „So viele Menschen stehen momentan auf, da bleib’ ich heute mal sitzen“. In seinem rund vierzigminütigen Vortrag sprach der Aktivist nicht nur von den aktuellen Vorfällen um den Stuttgarter Hauptbahnhof, sondern er thematisierte auch seinen Einstieg in die Politik, der bereits 15 Jahre zurückliegt. Bereits damals stand der Jugendliche auf den Stuttgarter Straßen, um Unterschriften gegen die Verlegung des Bahnhofs unter die Erde zu sammeln.

Rockenbauch ist dafür mitverantwortlich, dass es schon 47 Montagsdemonstrationen am Stuttgarter Bahnhof gab. Die Demos, damals noch unangemeldet, hätten klein angefangen, gerade mal mit vier Personen, sagte er. „Es ging aber ziemlich schnell“, bis man Tausende zählen konnte. Der Stadtrat betonte auch, dass es ihm wichtig sei, nicht nur bloßen Protest gegen das Milliardenprojekt Stuttgart 21 auszusprechen, sondern die Demonstrationen sollten auch Alternativen aufzeigen und Kulturbeiträge leisten. Dadurch könnten sich die Bürger austauschen und die Zukunft gemeinsam mitgestalten.

Begeistert zeigte sich der Redner vom „Wissensdurst“ der Bürger. Viele wüssten besser über das Projekt Bescheid als manche Politiker die darüber entscheiden. Harte Kritik erntete Bahn-Chef Rüdiger Grube, der sich bei dem Vorhaben, für das 4,1 Milliarden Euro veranschlagt sind, auf keine Kompromisse einlasse. Rockenbauch appellierte, sich nicht von den „unverhältnismäßigen“ Polizeieinsätzen der letzten Zeit einschüchtern zu lassen und weiterhin zu demonstrieren.

Die Veranstaltung im franz. K wurde bereits im Juli geplant, als der Widerstand „noch nicht in dem Ausmaß“ stattgefunden hatte, sagte Vorstand Karl Grüner zu Beginn. Sie sei ganz bewusst in die Reihe „Wir könn(t)en auch anders“ aufgenommen, da es bei Stuttgart 21 um Fragen der Demokratie gehe. Die Vorfälle der letzten Wochen hätten deutlich gezeigt: „Wir müssen auch anders“, forderte Grüner. Ein Ergebnis der Diskussion: Die Aktivisten überlegen, ein Aktionstraining für Demonstranten – das Verhalten bei Blockaden inklusive – auch in Reutlingen zu organisieren, möglicherweise im franz. K.

Aktivisten gegen Stuttgart 21 berichteten im franz. K
Aktiv gegen S 21: Alexander Schlager (links) und Hannes Rockenbauch im franz. K.Bild: Haas

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15.10.2010, 12:00 Uhr

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