Tübingen · Arbeitsplätze

„Akzeptable Lösung für beide Seiten“: Walter AG und Betriebsrat einigen sich

Die Walter AG hat sich nach umfassenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat auf einen Interessensausgleich mit Sozialplan geeinigt. Das teilte der Tübinger Werkzeughersteller am Montagmittag mit.

27.06.2022

Von ST

Das Technology Center der Walter AG in Tübingen. Archivbild: Anne Faden

Das Technology Center der Walter AG in Tübingen. Archivbild: Anne Faden

92 von 148 Stellen am Produktionsstandort Tübingen würden im Zuge der geplanten Teilverlagerung der Körperfertigung wegfallen, so das Unternehmen. Zuvor war von 107 Arbeitsplätzen die Rede, die nach China verlagert werden sollten (siehe die verlinkten Artikel am Textende). Der notwendige Personalabbau soll möglichst einvernehmlich durch ein Freiwilligenprogramm umgesetzt werden, um betriebsbedingte Kündigungen weitgehend zu vermeiden, heißt es in der Mitteilung. Die Verlagerung soll bis Ende 2022 abgeschlossen sein.

„Es waren äußerst anspruchsvolle Verhandlungen, die mit einer für beide Seiten akzeptablen Lösung abschließen“, werden Projektleiter Markus Reudanik und der Betriebsratsvorsitzende Tobias Arndt unisono in der Mitteilung zitiert. Reudanik betont darin, das Unternehmen habe seine Möglichkeiten voll ausgeschöpft, um die mit dem Stellenabbau verbundenen Härten so gut wie möglich abzufedern. Walter habe im Rahmen der Verhandlungen zudem eine Beschäftigungsgarantie für die Produktionseinheit Tübingen nach Abschluss des Verlagerungsvorhabens bis 31. Dezember 2025 zugesagt.

Die Verhandlungen waren im Januar zunächst gescheitert, bevor eine Einigungsstelle eingesetzt wurde, die nun zum Konsens geführt hat. Der Plan sehe ein Freiwilligenprogramm mit unterschiedlichen Abfindungsregelungen vor. Zusätzlich werde eine Transfergesellschaft eingerichtet, in die betroffene Mitarbeitende vorübergehend eintreten können. Dort würden sie ein regelmäßiges Arbeitsentgelt erhalten und könnten Qualifizierungsmaßnahmen in Anspruch nehmen.

Darüber hinaus unterstütze Walter die betroffenen Mitarbeitenden bei der Suche nach einer Anschlussbeschäftigung. „Wir haben in den letzten Monaten einige Anfragen von Unternehmen in der Region erhalten, die ihr Interesse an unseren gut ausgebildeten Fachkräften bekundet haben“, wird Anette Skau Fischer, Personalvorsitzende bei Walter, zitiert. „Wir planen daher, diese Unternehmen mit den betroffenen Mitarbeitenden zusammenzubringen.“

Die Mitarbeitenden seien am Montag über die Einigung informiert worden. Im Laufe der Woche sollen Informationsveranstaltungen stattfinden. Walter hatte im September letzten Jahres angekündigt, sich am Standort Tübingen künftig auf maßgeschneiderte Sonderwerkzeuge konzentrieren zu wollen, die ein hohes Maß an Engineering-Know-how erfordern. Der Standort Tübingen werde seine herausragende Bedeutung als Firmenhauptsitz von Walter behalten, schließt das Unternehmen die Mitteilung.

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Erstellt:
27.06.2022, 14:37 Uhr
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zuletzt aktualisiert: 27.06.2022, 14:37 Uhr

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