Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Alle Augen auf Ivanka Trump
Erfolgreiche Frauen, darunter Kanzlerin Angela Merkel und Präsidententochter Ivanka Trump (hellblaues Blümchenkleid), diskutieren über die Förderung von Unternehmerinnen. Foto: Bildquelle
Frauengipfel

Alle Augen auf Ivanka Trump

In Berlin diskutiert eine hochkarätige Runde über die Förderung von Unternehmerinnen weltweit. Kanzlerin Angela Merkel regt einen Fonds für Entwicklungsländer an.

26.04.2017
  • DIETER KELLER

Berlin. Ob sie sich als Feministin sieht? Nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel zögert bei der provokanten Frage von „Wirtschaftswoche“-Herausgeberin Miriam Meckel. Auch Ivanka Trump hebt erst nach einigem Zögern die Hand, im Gegensatz zu Königin Maxima der Niederlande. „Stimmen Sie ab“, wendet sich Merkel nach einigem Zögern an die Frauen im Publikum, die dies mit Gejohle verfolgen.

Ivanka Trump, die „First Daughter“ und Beraterin des US-Präsidenten, ist erstmals in Deutschland, seit ihr Vater Donald Trump US-Präsident ist. Erst sehr spät, bei dessen erstem Treffen mit Merkel, hatte sie sich zum Frauengipfel in Berlin selbst eingeladen, kurz W20 genannt in Anlehnung an G20. Das Treffen der führenden Industrie- und Schwellenländer findet dieses Jahr Anfang Juli in Hamburg statt. Dafür sollen hochkarätige Frauen Forderungen formulieren, die dann – zumindest zum Teil – ins Abschlusskommuniqué der G20 Einzug halten sollen.

Bei der Diskussion über Frauen als Unternehmerinnen ist Ivanka Trump nur eine von neun hochkarätigen Teilnehmerinnen. Da sitzen auch gesellschaftliche Schwergewichte wie IWF-Chefin Christine Lagarde, die Managerin Juliana Rotich aus Kenia oder Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Aber natürlich wird auf die „Erste Tochter“ ganz besonders geachtet in ihrem geblümten Kleid und hochhackigen Schuhen, einen Kopf größer als die Kanzlerin im leuchtend roten Blazer.

Immer beherrscht

Ihr Ehrenamt, das es eigentlich gar nicht gibt, will Ivanka Trump nicht näher umschreiben. „Sie wissen, dass ich Unternehmerin bin“, verweist sie dafür auf ihre Erfahrungen im väterlichen Immobilienkonzern. Sie stimme in vielen Punkten mit ihm überein, meint sie sehr allgemein ohne zu erläutern, wo nicht. Die 35-Jährige wirkt hoch konzentriert und immer beherrscht – das absolute Gegenteil ihres impulsiven Vaters. Den sie verteidigt gegen den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit: Sie habe den Weg gehen können, den sie wollte, ganz wie ihre beiden Brüder.

Doch sie wolle hauptsächlich zuhören und viel lernen. Wobei sie sich gut vorbereitet zeigt. So lobt sie Merkel für das im März verabschiedete Gesetz zur Lohngleichheit und für die verstärkte Kinderbetreuung. Der Kanzlerin ist das fast peinlich. Stand doch die Union bei dem Thema lange auf der Bremse. Sie verweist auf Familienministerin Manuela Schwesig (SPD), die in der ersten Reihe sitzt.

Frauen haben es als Unternehmerinnen weltweit schwer, nicht nur in Entwicklungs-, sondern auch in Industrieländern, weiß Königin Maxima zu gut: Selbst in den Niederlanden werde nur ein Drittel der Unternehmen von Frauen geleitet. Weltweit gibt es Probleme von der Gesetzgebung über das Erbrecht bis zu Ländern, in denen Frauen kaum etwas alleine machen dürfen. Viel Arbeit für die G20. Für Lagarde ist das frustrierend, aber auch motivierend: Wenn die Ungleichheit reduziert werde, könne es mehr nachhaltiges Wachstum geben.

Der Kanzlerin macht Mut, dass sich Mikrokredite an Frauen in Entwicklungsländern als erfolgreiches Fördermittel erwiesen haben. Sie nutzt die illustre Runde für die Initiative, einen Geldfonds zur Frauenförderung in diesen Ländern einzurichten, in den Länder wie Deutschland, die Niederlande, Kanada und die USA Geld einzahlen. Über die Weltbank könne er aufgestockt werden. Von Ivanka Trump gab es dazu keine Aussage, während die übrigen Teilnehmerinnen begeistert waren. Leibinger-Kammüller bot spontan an, privates Kapital zu sammeln: „Ich kenne jede Menge Leute, die genügend Geld haben.“

Von Frauenquoten hält die Trumpf-Chefin nichts: „Ich mag es nicht, wenn sich der Staat zu sehr in Unternehmen einmischt.“ Sie habe eine „heimliche Quote“ eingeführt: Bei Führungspositionen müsse zumindest eine Frau in die letzte Auswahlrunde kommen. Merkel dagegen erinnert sich noch zu gut, dass Selbstverpflichtungen der männlichen Chefs nichts gebracht haben.

Kommentar

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

26.04.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball