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Alle Zeichen stehen auf Sturm
Ein Peschmerga-Kämpfer vor den Toren Mossuls. Foto: dpa
Mossul

Alle Zeichen stehen auf Sturm

Im Irak steht die größte Offensive seit Saddam Husseins Sturz bevor. Sie könnte das Ende des IS im Land sein.

14.10.2016
  • DPA

Mossul. Erbil. Im Irak mehren sich die Anzeichen, dass die lang erwartete Offensive auf die IS-Hochburg Mossul bald beginnt. Auf den Straßen sind Fahrzeuge zu sehen, die irakische Soldaten in das Kampfgebiet bringen. „Wir sind bereit“, sagt der Peschmerga Arif Tayfor, Kommandeur eines rund 30 Kilometer langen Frontabschnitts nahe Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak.

Die Offensive auf Mossul könnte die größte Militärkampagne werden, die das Land seit dem Sturz von Saddam Hussein erlebt hat. Fällt die Großstadt mit mehr als einer Million Einwohnern, hätte der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) seine letzte Bastion im Irak verloren und wäre dort zumindest militärisch besiegt. Keiner der Angreifer bezweifelt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Mossul von den Dschihadisten befreit ist.

Für den Angriff hat sich jedoch eine Koalition aus Kräften gebildet, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Neben den Peschmerga und der irakischen Armee stehen sunnitische und schiitische Milizen bereit, die ebenso eine Rolle spielen wollen wie die Türkei, die nahe Mossul gegen den Willen der Bagdader Zentralregierung Soldaten stationiert hat. Die US-geführte internationale Koalition wird die Offensive aus der Luft unterstützen. Auch die von der Türkei bekämpfte kurdische Arbeiterpartei PKK könnte eingreifen. All diese „Partner“ wollen zwar den IS besiegen – verfolgen aber ansonsten ganz eigene Interessen.

Im Vordergrund steht die Konkurrenz zwischen Peschmerga und Armee. Mit internationaler Hilfe, auch von Deutschland, haben die Kurden in den vergangenen zwei Jahren Regionen eingenommen, die sie ihrem Autonomiegebiet einverleiben möchten. Im Zuge der Offensive dürften weitere Gebiete hinzukommen. Für Mossul gebe es die Abmachung, dass die Kurden außerhalb der Stadt bleiben. „Wir unterstützen die irakische Armee“, sagt der 65-jährige Tayfor. „Aber sie wird in Mossul eindringen.“

Die Armee steht dabei vor einer schwierigen Aufgabe. Zwar soll es in der Region nach Schätzungen nur noch rund 4000 IS-Kämpfer geben, doch aus Mossul sind Berichte zu hören, die Dschihadisten hätten tiefe Gräben und ein Tunnelsystem ausgehoben. Straßen und Gebäude werden mit Sprengfallen übersät sein. Plakate warnen die Peschmerga-Kämpfer, dass diese überall lauern können, etwa an Türen oder Öfen. „Sollte der IS Widerstand leisten“, glaubt Peschmerga-Kommandeur Tayfor, „dann könnte die Schlacht bis zu drei Monate dauern.“

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14.10.2016, 06:00 Uhr

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