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Stadtlauf: Sportler, Spaßläufer und Helfer überboten sich gegenseitig

Alle gaben alles

Sportliche Höchstleistungen, 372 rennende Knirpse bei den Staffeln und viel Helferschweiß: Der Mössinger Stadtlauf am Samstag sah bei bestem Sommerwetter über 1200 Teilnehmer.

09.07.2012
  • Eike Freese

Mössingen. Selbst die Nordic-Walker waren bis in die Stockspitzen hinein motiviert: „Wollt ihr etwa auch einen Startschuss?“, rief Moderator Dieter Schneider gegen 16 Uhr den 60 Walkern unter der Tribüne zu. „Jawoll!“ schallte es aus dem Geher-Feld. Dann knallte es – und los ging’s auf die Panorama-Strecke Richtung Olgahöhe.

Über 1200 große und kleine Sportler kamen am Samstag bei bestem Sommerwetter zum Stadtlauf-Start am Jakob-Stotz-Platz. Die weitaus meisten – und Schulklassen sowieso – hatten sich bereits weit im Voraus angemeldet. Nachzügler kamen noch eine halbe Stunde vor den Läufen in den Genuss ihrer Startnummern – oder hatten sich am Abend zuvor angemeldet: bei der Nudel-Party in der Realschul-Aula nämlich, bei der zahlreiche Läufer „ihre Kohlenhydrat-Speicher auffüllten“, wie es Rainer Boenigk von der LG Steinlach formulierte, der während des Samstags in einem Raum der Jahnhalle die Nachmeldungen bearbeitete.

Boenigk ist einer von über 150 Helfern, die in diesem Jahr den Mössinger Stadtlauf möglich gemacht haben. „Ohne die ginge hier gar nichts“, begeisterte sich LG-Vorstand Schneider: „Die Atmosphäre war bestens, wir hatten ein gut besetztes Läuferfeld und organisatorisch keinerlei Schwierigkeiten.“ Schneider glaubt indes, dass sich der Stadtlauf in den kommenden Jahren noch weiterentwickeln kann – und zum Beispiel mehr Nordic-Walker anlockt. Doch bei aller Begeisterung: Mit den Zuschauer-Zahlen mochte sich Schneider in diesem Jahr nicht hundertprozentig identifizieren: „Es waren tolle Zuschauer an der Strecke – aber ein paar mehr hätten es durchaus sein können.“

Zum begeisterten Publikum gehörten vor allem auch zahlreiche Eltern, die ihren Knirpsen bei den Schülerstaffeln und dem Schülerlauf zujubelten – und sie mit teils flammendem Ehrgeiz anfeuerten. „Ganz wichtig, dass die motivierend dabei sind“, findet das Elfi Wolff, die mit der Familie von Susanne Binder die Staffeln organisierte. „Die Eltern und vor allem viele Lehrer nehmen uns viel Arbeit ab und sorgen dafür, dass das Rennen eine runde Sache wird.“ Die Leistungs-Unterschiede bei den Kindern – manche rannten gleich zwei Rennen, andere hatten Mühe mit einer 500-Meter-Runde – ist Wolff zwar gewohnt, sieht sie aber nicht unkritisch: „Die Lehrer melden die Staffeln an – dann sollten sie auch mit den Kindern trainieren“, sagt die Sportlehrerin.

Doch bei allem sportlichen Ehrgeiz will der Mössinger Stadtlauf vor allem ein Ereignis für Jedermann sein. Örtliche Einrichtungen wie das DRK und die Feuerwehren übernehmen auch abseits ihrer Kernaufgaben Verantwortung, die Helfer um die LG Steinlach sorgen neben dem rein Sportlichen für Stimmung, Verpflegung – und mit dem Event an sich für viele Kontakte unter den Steinlachtälern.

„Viele Gesichter kennt man – aber manche kommen ja erst durch so ein Ereignis miteinander ins Gespräch“, sagt Gerlinde Schneider, die mit Maria von Wulfen zusammen das Walking-Rennen organisierte. Hier wurde die friedliche Koexistenz von Sport und Genuss am Deutlichsten: viel Aussicht auf der Strecke hoch über Mössingen, gleich drei Versorgungsstationen unterwegs. Und eine der zehn Helferinnen ging – das ist bei der LG Schon Tradition – mit einem Reisigbesen hinter dem Walker-Feld her. Damit auf der Route kein Sportler verloren ging.

INFO: Alle Ergebnisse auf www.lg-steinlach.de.

Alle gaben alles
Auf eins ist in Mössingen fast immer Verlass: Viel Sonne – und noch mehr johlende Eltern am Straßenrand. Das Bild zeigt den Start einer Schüler-Staffel.Bild: Franke

Wie stets war der Mössinger Stadtlauf auch ein kleiner Catwalk für Könner, Kreative und den einen oder anderen Selbstdarsteller. Im Hauptlauf über 10 Kilometer siegte Hannah Arndt bei den Frauen mit fast viereinhalb Minuten Vorsprung vor Platz 2 und einer Zeit von 37:58 Minuten. Tobias Sauter bei den Herren schaffte mit immerhin fast einminütigem Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Simon Friedrich eine Zeit von 32:32 Minuten. Im Läuferfeld rannten Christen, die ihren Glauben per T-Shirt bekannten, „Die Langsamen“, gesponserte Promotion-Renner im feuerroten Ganzkörper-Anzug, Ausdrucksläufer mit rudernden Armen, und sogar ein veritabler Jongleur – der im Übrigen auf der 10-Kilometer-Stecke mit einer Zeit von unter einer Stunde beeindrucken konnte.

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09.07.2012, 12:00 Uhr

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