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Schläge gegen die Infrastruktur der Dschihadisten - Russland derzeit erfolgreicher als Frankreich

Allein aus der Luft wird laut Experten der Kampf gegen die Terrormiliz IS nicht zu gewinnen sein

Mit Luftschlägen gegen die Terrormiliz IS wollen Frankreich und andere Staaten die Dschihadisten schwächen. Vor allem ihre Öl-Infrastruktur soll zerstört werden. Das Assad-Regime profitiert politisch.

19.11.2015
  • JAN KUHLMANN, DPA

Nach der Terrorserie in Paris hat die französische Luftwaffe ihre Angriffe auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien verschärft. Ein Überblick über die möglichen Folgen der Luftangriffe für den Konflikt in Syrien:

Allein aus der Luft wird laut Experten der Kampf gegen die Terrormiliz IS nicht zu gewinnen sein

Können die Luftangriffe den IS zerschlagen? Seit mehr als einem Jahr bombardiert eine internationale Koalition unter Führung der USA die Extremisten in Syrien und im Irak. Auch Russland fliegt in Syrien Luftangriffe gegen den IS. Die US-Regierung weist darauf hin, dass die Terrormiliz mittlerweile rund ein Viertel ihres Herrschaftsgebietes in beiden Ländern verloren hat. Generell dienen die Angriffe aber eher dazu, die Gruppe zu schwächen und in Schach zu halten. Allein mit Bomben wird sie sich nicht besiegen lassen, dafür ist sie zu stark.

Wie kann der IS militärisch besiegt werden? Dazu sind Bodentruppen nötig, wofür die westlichen Staaten aber keine eigenen Soldaten stellen wollen. Sie verlassen sich auf lokale Kräfte. Außer den Kurden im Norden Syriens und des Irak gibt es kaum Einheiten, die stark genug sind. Die irakische Armee kommt kaum voran, mit der syrischen will der Westen nicht zusammenarbeiten. Mit der Ausbildung moderater syrischer Rebellen sind die USA gescheitert.

Welches Ziel haben die Luftangriffe? Die Luftschläge richten sich gegen die Infrastruktur der Dschihadisten. Die von den USA geführte Koalition nimmt Kommandostellungen, Waffenlager und Trainingscamps ins Visier. Laut US-Verteidigungsminister Ashton Carter soll vor allem die Öl-Infrastruktur zerstört werden, um den IS, der sich sehr stark aus dem Ölverkauf finanziert, finanziell zu schwächen.

Profitiert das syrische Regime? Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad profitiert politisch, da sich der Fokus im Westen nun noch stärker auf den Kampf gegen den IS als auf den Sturz des syrischen Machthabers richtet. Assad bezeichnet generell alle Aufständischen als "Terroristen", auch gemäßigte. In der Rhetorik des Regimes sind die Anschläge von Paris die Folge der Politik des Westens, der im syrischen Bürgerkrieg moderate Rebellengruppen unterstützt. Es gibt eindeutige Hinweise, dass das Regime den IS lange zumindest gewähren ließ. So fliegt Syriens Luftwaffe vor allem Angriffe auf Orte unter Kontrolle anderer Regimegegner. Manche Beobachter sprechen sogar von einer stillschweigenden Vereinbarung zwischen dem Regime und dem IS.

Wirken sich die verschärften französischen Angriffe aus? Bisher praktisch nicht. Die Franzosen und ihre Verbündeten flogen in den vergangenen Tagen Luftangriffe in Regionen, in denen kaum gekämpft wird. Allerdings gibt es seit längerem Gerüchte, die syrischen Kurden planten eine Offensive, um die IS-Hochburg Al-Rakka einzunehmen. Darauf deutet auch die Aussage des US-Verteidigungsministers hin, die USA unterstützten Kräfte, die sich in Richtung der Stadt bewegten. Größere Wirkung haben hingegen die russischen Luftangriffe, die im Nordwesten Syriens mehrere Offensiven des Regimes gegen Rebellen unterstützen, die mit dem IS verfeindet sind und ihn bekämpfen.

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19.11.2015, 12:00 Uhr

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