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Alles auf der Herbstmesse: Möpse, Vegetarier, Elektronik
In der Ausstellung „Animal“ rennen Möpse um die Wette. Andere Hunde beweisen ihre Tanzbegabung. Foto: Messe Stuttgart
Umwelt

Alles auf der Herbstmesse: Möpse, Vegetarier, Elektronik

Die Stuttgarter Schau will plastiktütenfrei werden. Die 1825 Aussteller sollen die Kataloge in Öko-Papiertüten packen.

09.11.2016
  • UWE ROTH

Sechs Wochen vor Weihnachten kredenzt die Messe Stuttgart von Freitag, 11. bis Sonntag, 20. November ein geballtes Angebot an Ideen zum Schenken, Basteln und Wohlfühlen. In den Hallen am Flughafen finden in diesen zehn Tagen zwölf Einzelmessen mit insgesamt 1825 Ausstellern statt. Das sind 65 Aussteller mehr als im vergangenen Jahr, wie Guido von Vacano von der Messegesellschaft am Dienstag bei der Vorstellung des Programms bekanntgab.

Darunter sind die Klassiker wie die Messen „Mineralien, Fossilien, Schmuck“, „Animal“, „Familie und Heim“, „Modell Süd“, „Hobby und Elektronik“ und die Spielemesse. Neuere Messethemen sind „Die besten Jahre“ (Menschen über 50), „Kreativ“, „Eat and Style“ und „Veggie und frei von“. Neu hingegen sind die „Autotage Stuttgart“. Auf 10000 Quadratmetern werden über 200 Fahrzeuge und 25 Marken präsentiert.

Die Messegesellschaft selbst bietet ebenfalls eine Neuheit: Sie möchte als erste Veranstalterin von Publikumsmessen plastiktütenfrei werden. Jeder Aussteller erhält als Anfangsausstattung 25 kunstvoll gestaltete und klimaneutral hergestellte Papiertüten kostenfrei. Sollte er mehr benötigen, was voraussichtlich der Fall sein dürfte, könne er „weitere Tüten zum kleinen Preis ordern“, so Florian Pflieger, der für das Nachhaltigkeitskonzept der Messegesellschaft verantwortlich ist. Von Vacano liefert die Begründung zur schrittweisen Verbannung der Plastiktüte: „Wir dürfen nicht nur über das Thema Nachhaltigkeit sprechen und es in verschiedenen Facetten in unseren Veranstaltungen abbilden – wir müssen auch handeln.“

Für den Erfolg müssen die Aussteller allerdings mitziehen. Denn ein Verbot der Plastiktüte hat die Messegesellschaft nicht ausgesprochen. Auch bei ihrer zweiten Aktion zur Nachhaltigkeit setzt die Veranstalterin auf Freiwilligkeit. So sollen die Aussteller nach Ende der Messe übrig gebliebene Waren der Fildertafel im Landkreis Esslingen spenden. Die Messereste müssten nicht weggeworfen beziehungsweise für teures Geld zurücktransportiert werden, begründet das Mitglied der Geschäftsleitung von Vacano, warum von der Spende beide Seiten profitieren könnten.

Von Vacano ist überzeugt, dass solche Initiativen beim Messepublikum ankommen: „Die Verbraucher können die Welt besser machen, und sie wollen es auch.“ Dass deren Zahl wächst, spiegelt die Messe „Veggie und frei von“ mit ihrem Angebot wider. Sie richtet sich an Vegetarier, Veganer und Menschen, die unter Lebensmittelunverträglichkeiten leiden. Neu dabei sind in diesem Jahr die vegane Vinothek und der Bereich Naturkosmetik. Vertreten ist beispielsweise die Firma Speick, die ihren Sitz nicht weit vom Messegelände hat und führender Anbieter von Naturkosmetikartikel ist.

Die zwölf Messen haben in ihrer Gesamtheit den Anspruch, jedem Interesse gerecht zu werden. Wer konsumieren will, kann die Messehallen als ein riesiges Einkaufszentrum betrachten. Wer kreativ sein möchte, kann an zahllosen Workshops teilnehmen, und wer die Seele baumeln lassen möchte, kann auch das tun. Wer die reine Unterhaltung sucht, kommt zum Hundefußball oder zu den Deutschen Meisterschaften im Dog-Dancing (Hundetanz) und Sniffle Dog. Hier gewinnt die sensibelste Hundenase.

Ältere auf Sinnsuche werden bei der Messe „Die besten Jahre“ am 14. und 15. November fündig. Dort ist der „Marktplatz Ehrenamt“ eine zentrale Informationsplattform für Anbieter und Suchende solcher sozialen Engagements. Neben Organisationen wie der Evangelischen Krankenhaushilfe, Helfende Hände e.V. oder „Machen wir was“ präsentiert sich die Stadt Stuttgart mit ihrem Projekt „Berufsintegrationslotsen für Asylsuchende“.

Auftritt als „Wirtschaftsoase“

Die Stadt Leinfelden-Echterdingen ist zum sechsten Mal während der Messe “Familie und Heim“ (12. bis 20. November) mit eigenen Programm vertreten. Laut Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell ist die „Wirtschaftsoase Leinfelden-Echterdingen“ mit 50 Ständen auf 2500 Quadratmetern vom Messeherbst nicht mehr wegzudenken. Gleichwohl sei der kommunale Messeauftritt kein Selbstläufer geworden. Schließlich koste dieser Geld, was Kritiker der Stadtverwaltung jedes Jahr aufs Neue vorhielten.

Um den Kritikern weniger Angriffsfläche zu bieten, habe man „sich breiter aufgestellt“ und beispielsweise mehr Vereinen die Möglichkeit zur Teilnahme gegeben. Die Bürger der Stadt hätten zudem von Montag bis Mittwoch freien Eintritt.

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09.11.2016, 06:00 Uhr

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