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Alles eine Frage
des Parteibuchs?
In geheimer Wahl stimmte der Gemeinderat gestern ab. Bild: Kuball
Horb

Alles eine Frage des Parteibuchs?

26.04.2017
  • über Parteipolitik bei der Bürgermeisterwahl

Die Entscheidung ist gefallen: Mit Ralph Zimmermann bekommt Horb nicht nur einen neuen Bürgermeister, sondern auch einen Mann mit FDP-Parteibuch. Damit wird eine Tradition fortgeführt, die mit Michael Theurer als Oberbürgermeister begann. Wenn auch mit anderen Vorzeichen. Der Liberale ist jetzt der zweite Mann unter einem schwarzen Oberbürgermeister Peter Rosenberger.

Im Vorfeld der Wahlen waren die SPD und die OGL-Fraktionen die einzigen, die sich eindeutig zu Matthias Kreutzer bekannten. Die anderen hielten sich mehr oder weniger vornehm zurück. Doch dass die FD/FW-Fraktion dem Liberalen nicht die Stimme geben würde, war eher unwahrscheinlich. Vor allem, da Michael Theurer für seinen Parteikollegen den Türöffner gespielt hatte. Blieb die CDU als große Unbekannte. Man sei eher emotionslos in die Wahl gegangen, sagte CDU-Fraktionschef Michael Keßler. Schließlich sei von ihrer Partei keiner im Rennen gewesen. Dafür waren die Emotionen bei der SPD groß. Die Enttäuschung stand SPD-Fraktionschef Thomas Mattes ins Gesicht geschrieben, als das Wahlergebnis verkündet wurde. Zwar hatte Kreutzer neun von 31 Stimmen bekommen, aber das reichte nicht einmal für eine Stichwahl. Zimmermann hatte es im ersten Wahlgang geschafft. Mattes sprach so auch Klartext: „Mit Herrn Zimmermann wurde der drittschlechteste Bewerber gewählt.“ Mit langer Hand hätte die FDP das Ergebnis vorbereitet und für einen liberalen Bürgermeister Peter Rosenberger einen ruhigen Wahlkampf versprochen.

Das sehen die anderen Protagonisten natürlich anders. „Unterschwellige Parteipolitik halte ich für wenig relevant“, sagt Rosenberger zu den Vorwürfen. „Herr Zimmermann wird keine FDP-Politik machen, sondern Horber Politik“, ist er überzeugt. Und er sieht durchaus Vorteile: „Es wird die beiden großen Parteien einander näher bringen und der Gemeinderat noch mehr an einem Strang ziehen.“ Bekanntlich hat es hier ja in den vergangenen Jahren ein wenig gefehlt. Nicht immer waren sich CDU und Liberale grün. FD/FW-Fraktionschef Dr. Alfred Seifriz ist auf jeden Fall zufrieden mit dem Ergebnis. „Es war eine gute Wahl. Von allen Kandidaten hat Herr Zimmermann die beste Vorstellung gegeben“, betont er. Ralph Zimmermann strahlte auf jeden Fall. Er machte um sein FDP-Parteibuch nie einen Hehl, aber er betonte auch, dass er keine Parteipolitik betreiben werde.

Klar ist aber auch, dass eine Bürgermeisterwahl – im Gegensatz zu einer Oberbürgermeisterwahl – keine Persönlichkeitswahl ist. Die Beigeordneten werden vom Gemeinderat und dem OB gewählt; zwar geheim, aber die Fraktionen versuchen, sich auf einen Kandidaten zu einigen, und suchen auch das Gespräch mit den anderen Fraktionen. Für die SPD ist es schmerzlich, mit Jan Zeitler einen Parteigenossen auf dem Bürgermeistersessel verloren zu haben. Dafür triumphieren jetzt die Liberalen. Ein Parteiloser wie Philipp Rochold hatte da wenig Chancen. Mit vier Stimmen lag er so auch weit abgeschlagen auf Platz drei.

Wie weit Parteipolitik nun die Amtszeit von Ralph Zimmermann bestimmen wird, das wird sich erst nach seinem Amtsantritt zeigen. Doch eins bleibt zu hoffen: Dass alles zum Besten von Horb geschieht.

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26.04.2017, 01:00 Uhr

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