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Tomoka

Alles so schön bunt hier

Im Nordosten der USA und in Kanada zeigt sich der Herbst fast jedes Jahr von seiner Sahneseite. Für Wehmut über das Ende des Sommers ist da kein Platz.

02.11.2015
  • TWO/DPA

Es ist trocken und zumindest tagsüber angenehm warm, der Himmel strahlt tiefblau und das Laub leuchtet in schillernden Gelb-, Orange- und Rottönen. "Indian Summer" heißt das Phänomen, das einer stabilen Hochdruck-Wetterlage an der amerikanischen Ostküste zu verdanken ist. Und wer das Spektakel mit seiner Fotokamera verfolgt, betreibt "leaf peeping", also "Laub gucken".

In diesem Jahr können sich deutsche Fans des "Indian Summer" das teure Flugticket sparen. Wald-Voyeuristen kommen auch hierzulande auf ihre Kosten, denn die Bäume bleiben länger bunt als üblich. "Die Blattverfärbung liegt in diesem Jahr etwas zurück", sagt Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. "Die Natur hängt in ihrer Entwicklung im Vergleich zu den vier Vorjahren etwa fünf Tage hinterher", stellt auch der Meteorologe Stefan Bach fest.

Für das andauernde Schauspiel gibt es Gründe, etwa dass den Wetterexperten zufolge bisher "längere Perioden mit Nachtfrost, die eine Laubverfärbung begünstigen" fehlten. Das warme Rot und Gelb wird also nicht so schnell von düster-matschigen Braun- und Schwarztönen abgelöst, wie es sonst oft der Fall ist. Inzwischen fallen die Blätter zwar schon kräftig, Herbststürme, die diesen Prozess beschleunigen, sind aber nicht in Sicht. Stattdessen bringt vielerorts die Sonne die Blätterpracht auch noch Anfang November zum Leuchten.

Moment mal, Sonne? Ach ja, Ausnahmen bestätigen mal wieder die Regel. Denn das kräftige Hoch "Tomoka", das noch bis Mitte der Woche herrscht, hat auch eine Kehrseite: "Ein Hoch bedeutet im Herbst und Winter nicht uneingeschränkt Sonnenschein", so der Meteorologe Trippler. Es bedeutet auch Nebel und Hochnebel. Der "Indian Summer" hierzulande ist also "nicht lupenrein".

Der japanische Vorname "Tomoka" bedeutet übrigens "ein sehr guter Freund". Wer Nebelschwaden eher als feindlich empfindet, hat deshalb nur eine Chance: auf den nächsten hohen Berg klettern.

Alles so schön bunt hier
Foto: © cmfotoworks - Fotolia.com

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02.11.2015, 12:00 Uhr

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