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Alles unter Kontrolle!

Alles unter Kontrolle!

Französische Komödie um einen Polizisten, der einen afghanischen Flüchtling abschieben soll, ihn unterwegs jedoch verliert.

Alles unter Kontrolle!

Débarquement immédiat
Frankreich 2016

Regie: Philippe de Chauveron
Mit: Ary Abbitan, Medi Sadoun, Cyril Lecomte

91 Min. - ab 12 Jahren

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21.04.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Nach dem Rassismus der besseren Kreise knöpft sich „Monsieur Claude“-Regisseur Philippe de Chauveron in seiner neuen Komödie ein ähnlich heikles Thema vor: die Abschiebung eines Flüchtlings. Dafür muss der Betroffene aber erst einmal rein gewaschen werden. Grund für die „Rückführung“ eines Afghanen nach Kabul ist ein Handtaschenraub, den er gar nicht begangen hat. Dass dieser so bauernschlaue wie herzensgute Karzaoui (Medi Sadoun) überdies Algerier ist, perlt an den Verantwortlichen ab. Solche Geschichten hören sie jeden Tag.

Mit deutlich geringeren Sympathiewerten geht sein Begleiter in die Geschichte. Ausländerpolizist José (Ary Abittan) droht seinen Delinquenten gerne Prügel und Knebel an, wenn sie beim Abtransport nicht spuren. Zudem hintergeht er seine Frau, was diese prompt mit dem Rauswurf ahndet. Entsprechend schlecht gelaunt tritt José seinen Auftrag an, den er auf keinen Fall vermasseln darf, will er seine anstehende Beförderung nicht gefährden. Doch natürlich passiert genau das. Bei einer Zwischenlandung in Malta sieht Karzaoui die Chance zum Ausbüxen gekommen – was ohne Papiere und auf einer Insel aber noch lange nicht heißt, in Freiheit zu sein.

Niemand verlangt von einer Komödie, dass sie das Szenario einer Abschiebung realistisch nachzeichnet. Die für Betroffene fast immer traumatische Erfahrung als reine Klamaukparade abzufeiern, ist allerdings schon arg billig. Fürs Publikum ist das umso unerfreulicher, weil die Gags (in denen peinlich oft spärlich bekleidete Frauen eine Rolle spielen) viel seltener zünden als im Vorgängerfilm. Manche sind regelrecht brutal, wenn etwa José die Quasselstrippe Karzaoui über Nacht mit einem Stück Seife im Mund ruhig stellt.

Ansatzweise satirisch ist nur die Sequenz, in der die Kontrahenten nach einer Reihe unglaublicher Wendungen im Schlauchboot auf die Flüchtlingsinsel Lampedusa geschwemmt werden – wo José natürlich kein Mensch glaubt, dass er ein französischer Polizist ist. Richtig glücklich dürfte mit dem Film aber nur die Tourismusbehörde von Malta sein, für die eine Handvoll pittoresker Postkartenbilder abfällt.

Erst Drama, dann Komödie – und jetzt ist die Flüchtlingsthematik in den Niederungen der Klamotte angekommen.

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21.04.2016, 16:36 Uhr

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