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Alles unter
einem Dach
in Heilbronn
Auch die Neckarschifffahrt wird in Heilbronn thematisiert. Foto: Mathäus Jehle:
Museum

Alles unter einem Dach in Heilbronn

Abkehr vom Sammelsurium: Neuordnung der Sammlungen soll noch mehr Besucher anlocken.

26.11.2016
  • HANS GEORG FRANK

Heilbronn. Marc Gundel (49), Chef der Städtischen Museen Heilbronn, müsste sich eigentlich eine neue Betätigung suchen. Weil jetzt seine Konzeption für die Neuordnung der vier Sammlungsbereiche verwirklicht worden ist, „bin ich mehr oder weniger arbeitslos“, scherzte der Kunsthistoriker, dessen Museumslaufbahn in Ulm begonnen hat. 2004 wechselte Gundel nach Heilbronn und hat dort seither wichtige Akzente gesetzt. Nun ist er am Ziel: Alle Sammlungen sind unter dem Dach des Deutschhofs vereint, einem Verwaltungskomplex aus der Zeit des Deutschen Ordens mitten in der Stadt. Nach dem 500 000 Euro teuren Umbau – finanziert mit Spenden und Eigenmitteln – ist die museale Vierteilung beendet.

Das Quartett im Deutschhof besteht aus der erdgeschichtlichen Dauerausstellung mit dem Schwerpunkt Trias und Salz, einer kulturgeschichtlichen Abteilung vor allem mit den Silberwaren der Firma Bruckmann. Ausgewählte Kunstwerke markieren den Übergang ins bürgerliche Zeitalter und in die Moderne. Eine Sonderausstellung ist der Malerin Hal Busse gewidmet, die von der „Zeit“ als „verkanntes Genie“ eingeschätzt wurde.

Gundel möchte „Qualität vor Quantität“, er setzt auf „Beispielhaftigkeit statt Enzyklopädie“. Entsprechend reduziert ist die Zahl der Objekte, was der Übersichtlichkeit zugutekommt. „Die Aura der Gegenstände soll wirken“, betonte Gundel. Er hat damit eine radikale Abkehr vollzogen von jenem Sammelsurium, das zusammengetragen wurde, nachdem am 4. Dezember 1944 rund 90 Prozent der Bestände des 1879 gegründeten Museums zerstört worden waren. Im Deutschhof würden für die Region bedeutende Themen aufgearbeitet und „mit ihrer Relevanz für die Gegenwart“ präsentiert. Damit, glaubt Gundel, leite er „eines der erfolgreichsten kommunalen Museen in Baden-Württemberg“. Kamen bisher 50 000 Besucher jährlich, rechnet er künftig mit einem Plus von zehn Prozent. hgf

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26.11.2016, 06:00 Uhr

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