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Energie

Allianz gegen Wetter-Risiko

Strom aus Wind und Sonne fließt nicht gleichmäßig. Eine europaweite Zusammenarbeit soll Engpässe vermeiden.

07.03.2018
  • André Bochow

Offenbach. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet einmal im Jahr, wie sich das Klima in Deutschland entwickelt hat. Auch dieses Mal ist der Befund eindeutig: Es wird wärmer. Entgegen dem aktuellen Anschein war 2017 ein extrem warmes Jahr. „Gemeinsam mit 2015 und 2016 traten damit die drei wärmsten Jahre seit Beobachtungsbeginn 1880 auf“, sagt DWD-Vizechef Paul Becker. 2017 war darüber hinaus „das bisher wärmste Jahr seit 1880, das nicht von einem El-Nino-Ereignis beeinflusst“ war.

Um den Erwärmungsprozess in Grenzen zu halten, bedarf es des Ausbaus der Stromerzeugung aus Windkraft und Sonnenenergie. Daran lässt Becker keinen Zweifel. Seine Institution „unterstützt den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland und in Europa durch die Erforschung der meteorologischen Rahmenbedingungen“. Dabei ging der DWD der Frage nach, wie oft es zu wetterbedingten Ausfällen bei den Wind-und Photovoltaikanlagen kommt und wie die Risiken für die Stromversorgung verringert werden können. Paul Becker verweist ausdrücklich auf die Wetterabhängigkeit dieser Form der Stromerzeugung, zumal der Anteil der Erneuerbaren wächst. „So sollen, wenn ich die Koalitionsvereinbarung richtig lese, die erneuerbaren Energien bis 2030 einen Anteil von 65 Prozent am Strommix haben.“

Schleppender Netzausbau

Erstmals hat der DWD nun europaweit Daten über Phasen mit stabilitätsgefährdender geringer Energieproduktion gesammelt und ausgewertet. In Deutschland ergibt sich für die Jahre 1995 bis 2015 ein mittlerer Wert von 23 Fällen pro Jahr, in denen auf dem deutschen Festland der Wind zu schwach war. Würde man aber die erzeugte Windkraft in Nord-und Ostsee dazu nehmen, wären es nur noch 13 Fälle. Bei Kombination mit Strom aus Photovoltaikanlagen, „treten nur noch zwei Fälle auf“. Nutze man noch die Kapazitäten aus dem europäischen Stromverbund, dann würde es nur noch 0,2 Mal problematisch für die Stromversorgung in Deutschland. Das Zauberwort lautet also „Kombination“.

Jedenfalls in der Theorie. In der Praxis scheitert das Zusammenführen der Stromgewinnung aus Sonne und Wind häufig an den Stromnetzen. Das ist nicht zuletzt ein Problem für die Windenergie, die im Meer erzeugt wird. Erst kürzlich hat der Geschäftsführer der Stiftung Offshore Energiegewinnung, Andreas Wagner, auf den schleppenden Netzausbau in Deutschland hingewiesen. Nur zwei Netzausbau-Maßnahmen seien über das Jahr 2025 hinaus geplant. Außerdem werde auch die Windenergiegewinnung in Ost-und Nordsee durch die Politik gedeckelt. Dagegen wandten sich Ende des vergangenen Jahres die norddeutschen Bundesländer mit dem „Cuxhavener Appell“. Die Forderung: „Der Deckel“ solle angehoben werden.

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07.03.2018, 06:00 Uhr

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